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DIE UMWELTBERATUNG
Wer keinen Garten hat, kann trotzdem im Grünen wohnen. Auch auf einem sonnigen Balkon oder Fensterplatz gelingt der Anbau von Kräutern, Gemüse und Obst.
Manfred Schönwälder
Gemüse im Balkonkisterl
Bunte Blumen am Fenster, duftende Kräuter am Balkon und robuste Zimmerpflanzen: Selbst kleine Grünoasen leisten einen wichtigen Beitrag für ein lebenswertes Stadtklima. Die Pflanzen spenden Feuchtigkeit, binden Staub und dämpfen Lärm, ungefüllte Blüten werden von Schmetterlingen und Wildbienen umschwärmt. Wir geben Tipps für Grün auf kleinstem Raum.
Diese wachsen nicht nur im eigenen Garten, sondern auch am Fensterbrett. Sie brauchen jedoch einen sonnigen Standort. Als Pflanzsubstrat eignet sich eine Mischung aus torffreier Blumenerde, Sand und Kompost zu gleichen Teilen. Eine Schicht Tonscherben am Boden des Topfes verhindert Staunässe. Achtung: Zu viel Dünger lässt die Pflanzen zwar schneller wachsen, geht aber auf Kosten des Geschmacks. Setzen Sie Pflanzen mit ähnlichem Wasser- und Nährstoffbedarf zusammen.
Bevorzugen Sie kleinwüchsige und kompakte Sorten. Schnittsalaten und Rucola genügt ein Blumenkisterl am Fensterbrett. Paprika, Chili, Balkontomaten, kleinfrüchtige Zucchini und Melanzani sind auf dem Balkon besser aufgehoben. Kleine Gurkensorten können im Kisterl gezogen werden. Stangen- und Feuerbohnen sowie Klettergurken wachsen an Klettergerüsten in Trögen. Sie haben schöne Blüten und bieten mit ihren dichten Blättern einen guten Sichtschutz, der an heißen Tagen auch eine angenehme Beschattung bietet. Als Naschobst sind Monatserdbeeren besonders gut geeignet, da sie bis zum Spätherbst immer wieder neue, köstliche Früchte tragen.
Große Gefäße bieten genug Nährstoffe und Feuchtigkeit – je größer, desto besser. Tomaten, Paprika und Gurken benötigen einen Topf mit mindestens 28 cm Durchmesser. Wichtig ist auch, dass der Nährstoffgehalt der Erde an die jeweiligen Pflanzen angepasst ist. Nach dem Eintopfen muss 6 Wochen nicht gedüngt werden. Anschließend werden die Pflanzen am besten mit Kräuterjauche, reifem Kompost oder anderem biologischen Dünger versorgt. Die Erde trocknet in den Töpfen und Trögen sehr rasch aus, deshalb ist häufiges Gießen und Mulchen wichtig. Sinnvoll sind auch Pflanzgefäße mit einer Anstaubewässerung.
Viele Obst- und Gemüsepflanzen gibt es im Handel in bester Bio-Qualität, oft auch alte Sorten, bei denen die Früchte durch besondere Farben und Formen und intensiven Geschmack auffallen. Am besten sind regional produzierte Pflanzen, weil sie kürzere Transportwege hinter sich haben und gut an das regionale Klima angepasst sind.
Pflanzen mit verschiedenen Blühzeiten und Farben erhöhen die Attraktivität von Balkon und Terrasse. Sie sind Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten und Vögel. Als Nektar-Tankstellen am Fensterbrett eignen sich besonders duftende Kräuter wie Lavendel, wilder Oregano und Sand-Thymian. Auch die wunderschön blühenden Sommer- und Herbstastern sowie der Mauerpfeffer bieten den Schmetterlingen reichlich Nahrung. Trockenheitsliebende Wildblumenmischungen gedeihen auch im Fensterkisterl.
Auf einem sonnigen Balkon mit etwas mehr Platz können Schmetterlinge und andere Insekten mit heimischen Wiesen- und Wildpflanzen angelockt werden. Probieren Sie es mit folgenden Arten:

Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG