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DIE UMWELTBERATUNG
Tag für Tag landen in Österreich Tonnen von Lebensmitteln auf dem Müll, obwohl viele Produkte noch genießbar wären. Was hilft dagegen? Ein Einkaufszettel und Sehen, Riechen, Schmecken.
Stefan Redel, www.fotolia.de
Lebensmittelabfälle
Lebensmittel sind ein wertvolles Gut und viel zu schade zum Wegwerfen. Trotzdem landet ein immer größerer Teil davon im Abfall. Dies ist nicht nur eine Verschwendung hochwertiger Nahrungsmittel, sondern auch eine Vernichtung von Geld: Jährlich verschwinden pro Haushalt mehrere Hundert Euro als Lebensmittelabfälle in der Mülltonne. Aus ökologischer Sicht ist diese Entwicklung äußerst bedenklich, da die Bereitstellung von Lebensmitteln sehr energie- und ressourcenintensiv ist. Haben wir den sorgsamen Umgang mit unseren Lebensmitteln verlernt?
Pro Jahr und Einwohner kommen rund 26 kg Lebensmittelabfälle in den Restmüll, in gesamt Österreich sind das rund 157.000 Tonnen pro Jahr. Wenn man alle Lebensmittelabfälle dazu zählt, die im Bioabfall, in der Eigenkompostierung, im Kanal, etc. entsorgt werden, steigt diese Menge sogar auf 521.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelsabfälle pro Jahr, das entspricht dann gesamt etwa 58 kg pro Person. Dabei wären die meisten Produkte noch genießbar, und sind zum Teil sogar noch originalverpackt.
Kennen Sie das auch: Eigentlich wollten Sie ja nur einen Paprika kaufen. Aber dann liegt da die Aktionspackung im Regal, sechs Stück, supergünstig und dann auch noch Tricolore! Wow! Da muss man einfach zugreifen, oder? Blöderweise haben Sie dann in den nächsten Tagen doch keine Lust auf Paprika. Und bis zur nächsten Ratatouille sind diese dann schon mit einer hauchzarten Schicht Schimmel „veredelt“. Naja, macht nichts, dann muss man eben noch ein oder zwei kaufen. Und dann liegt da diese Aktionspackung im Regal …
Multipack-Aktionen oder günstige Großpackungen und andere Sonderangebote verleiten uns oft dazu, Sachen zu kaufen, die wir gar nicht benötigen. Wenn die Lebensmittel dann schlecht werden, ist das scheinbar gesparte Geld beim Fenster rausgeworfen. Es zahlt sich aus, vor dem Einkauf genau zu überlegen was man braucht und in welchen Mengen. Ein gut durchdachter Einkaufszettel spart meist mehr Geld, als die günstigsten Sonderangebote. Oder geht’s gar ohne Einkauf? Mit etwas Kreativität reichen oft schon die Restln im Kühlschrank für ein schmackhaftes Menü – ganz ohne Extrakosten.
Es ist kaum nachvollziehbar, warum originalverpackte, nicht abgelaufene Lebensmittel weggeworfen werden. Aber auch Produkte, die das Ablaufdatum schon knapp überschritten haben, sind in den meisten Fällen noch einwandfrei genießbar. Bei heiklen Produkten wie Fisch oder Fleisch ist Vorsicht angebracht. Bei anderen Lebensmitteln macht es Sinn, sich auch auf die eigenen Sinne – Sehen, Riechen, Schmecken – zu verlassen. Einige Marken kennzeichnen Produkte schon mit dem Hinweisl OLG – „Oft länger gut“ und weisen so auf die Genießbarkeit der Lebensmittel auch nach Ablauf des MHD hin. Und zurecht – Salz ist ein gutes Beispiel, denn nach 250 Millionen Jahren im Berg wird es auch das Ablaufen des MHD unbeschadet überstehen.
Die Wiener Umweltschutzabteilung bietet auf der lebensmittelpunkt.wien.at einen Leitfaden für die Weitergabe von Lebensmitteln an.
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DIE UMWELTBERATUNG
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Dainis Graveris via unsplash
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