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Hotline-Team
DIE UMWELTBERATUNG
Krähen sind hochintelligente und soziale Tiere. Sie treten gerne in Scharen auf und sind nicht immer gerne gesehen. Vertreiben und Bekämpfen ist aus ökologischen Gründen nicht empfehlenswert. In Wien zählen Krähen zudem zu den streng geschützten Tierarten.
Manfred Pendl
Rabenkrähe
In Wien entsteht manchmal der Eindruck eines zu hohen Bestandes, weil im Spätherbst tausende Krähen aus Nordeuropa und Russland als Wintergast nach Österreich kommen. Auch die Krähenschlafplätze am Wilhelminenberg, dem Prater oder der Lobau lassen viele Menschen ein Überhandnehmen der Krähenbestände befürchten. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch, dass diese Angst unbegründet ist, weil der Lebensraum begrenzend wirkt.
In Wien gibt es neben Eichelhähern und Elstern, die auch zu den Krähenvögeln gezählt werden, folgende Krähenarten:
Saatkrähe (Corvus frugileus): Sie kommt bis zu 3 000 km weit aus dem Nordosten und überwintert in Wien. Sie hat einen hellgrauen, nicht befiederten Schnabel und ein blau glänzend schwarzes Gefieder.
Dohle (Corvus monedula): Sie ist der kleinste Krähenvogel und unterscheidet sich von Aas- und Saatkrähe durch ihre geringe Größe, den kleinen Schnabel sowie das schwarz-graue Gefieder. Die Dohle brütet in Wien vorwiegend an Gebäuden und ist eine seltene und streng geschützte Art!
Aasfressende Krähen beseitigen tote Tiere und wirken als Gesundheitspolizei. Leerstehende Krähennester werden gerne von anderen Arten, wie Turmfalke oder Waldohreule, angenommen. Außerdem fressen Krähenvögel auch landwirtschaftliche Schädlinge, zum Beispiel Raupen, Schnecken, Maikäfer, Drahtwürmer und Mäuse.
Krähen ernähren sich nur zu einem geringen Teil von Eiern und Jungvögeln frei brütender Vogelarten. Der Vorwurf, sie würden die Bestände von Singvögeln gefährden, ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. Beuteopfer sind weit verbreitete Arten wie Drosseln, Finken und Tauben. Diese sind in der Lage, die verlorene Brut durch Nachgelege zu ersetzen. Gründe für eine Abnahme von Singvogelbeständen im städtischen Raum sind vielmehr der Mangel an geeigneten Nistplätzen und Lebensraum und die Gefährdung durch Katzen.
Krähenvögel zählen zu den Singvögeln und sind in Wien streng geschützt. Man darf sie weder töten noch ihre Nester zerstören, auch die Bejagung ist in Wien verboten. In vielen Fällen ist es auch nicht sinnvoll, Krähen zu vertreiben. Brutpaare verteidigen ihr Revier vor Artgenossen. Werden sie vertrieben, wird das Revier schnell durch Schwärme von jungen Krähen nachbesetzt. Diese können auf Grünflächen Schaden anrichten und erbeuten weitaus mehr Jungvögel als brütende Krähen, die ihren Nachwuchs mit Insekten füttern.
Generell ist das Vertreiben von Krähen schwierig, weil diese hoch intelligent sind und sich schnell an Abwehrmaßnahmen gewöhnen. Will man sie von bestimmten Flächen fernhalten, empfiehlt sich eine Mischung aus akustischen Maßnahmen und optischen Maßnahmen wie aufgehängten CDs, schillernden Glanzbändern, Alufolienstreifen oder Gasballonen. In der Landwirtschaft soll das Vortäuschen eines Krähenrupfs (das sind ringförmig angeordnete und am Boden ausgelegte schwarze Federn) erfolgreich sein. Tote, aufgehängte Krähen haben nachweislich keinen Effekt und sind u.a. gemäß Wr. Naturschutzgesetz und Tierseuchengesetz verboten!
Krähenvögel zählen zu den bedeutenden Arten im Rahmen von Netzwerk Natur, dem Arten- und Lebensraumschutzprogramm der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22, das auch von DIE UMWELTBERATUNG unterstützt wird.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
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Der hoch intelligente Rabenvogel ist in Wien streng geschützt
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Einige Tiere sind aufgrund ihrer Lebensweise auf Brutplätze und Rückzugsräume an Gebäuden angewiesen. Bei Renovierungen und Sanierungen verschwinden diese Plätze häufig. Achten Sie auf geschützte Tierarten!
Manfred Pendl
Vögel brauchen zum Überleben ein großes Nahrungsangebot, Verstecke und Nistplätze. Naturnahe Gärten und Grünflächen sind wertvolle Vogellebensräume.
Adobestock, krigofinearts
Viele Vogelarten sind durch Nahrungsmangel und Verlust von Lebensräumen in ihren Beständen gefährdet. Auch bislang häufige Singvogelarten benötigen unsere Unterstützung. DIE UMWELTBERATUNG informiert über vogelfreundliche Gartengestaltung und Vogelschutzmaßnahmen an Gebäuden.