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Blumenrasen – genügsam und robust

Blütenreiche Rasenflächen sind eine wunderschöne und für die Tierwelt wertvolle Alternative zum monotonen Zierrasen. DIE UMWELTBERATUNG zeigt, wie Sie einen Blumenrasen erfolgreich anlegen können.

Blumenrasen

Blumenrasen mit Gräser und blühende Kräuter

Blütenfreie Rasenflächen bieten Bienen, Schmetterlingen und Vögeln keine Nahrung. Zudem ist ein Zierrasen aufwendig in der Pflege und benötigt Wasser, Dünger und Spritzmittel. Naturnahe Rasenflächen, mit einer Vielzahl an Blütenpflanzen, bringen wieder Leben in den eigenen Garten.

Naturnahe Blumenrasen

Ein Zierrasen besteht nur aus einigen wenigen Grasarten, sogenannten Gräserbeständen. Die Alternative dazu sind Blumenrasen. Blumenrasen sind Rasenflächen mit Gräsern und niedrig wachsenden Blütenpflanzen, die anspruchslos, pflegeleicht, trittfest und farbenfroh sind. Niedrigwüchsige Kräuter und Blütenpflanzen wie beispielsweise Gänseblümchen, Brunelle, Fadenklee, Wegerich, Ehrenpreis, kriechendes Fingerkraut und andere bereichern durch ihre schönen Blätter und ihren Blütenreichtum. Sie benötigen weder Kunstdünger  noch Herbizide für ein erfolgreiches Wachstum. Blumenrasen gedeihen sowohl auf sonnigen und trockenen  als auch auf feuchten und leicht schattigen Standorten. 

Vorteile des Blumenrasens

  1. Blumenrasen werden viel seltener gemäht als Zierrasen. Je nach Wetter und Region muss ein Blumenrasen maximal 4-6 Mal pro Jahr geschnitten werden. Die Schnitthöhe berträgt 10 – 15 cm.
  2. Die Pflanzen wurzeln tiefer und machen somit das Gießen überflüssig.
  3. Durch belastbare Kräuter und Gräser ist der Blumenrasen besonders trittfest.
  4. Blumenrasen sind anspruchslos und gegen Schädlinge resistent.
  5. Es entstehen keine Zusatzkosten für die Bewässerungsanlage.
  6. Die Blüten bieten wertvolle Nahrung für Insekten wie Schmetterlinge, Bienen und Käfer. Die Samen der Pflanzen und blütenbesuchende Insekten sind wiederum Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten.
  7. Eine Vielzahl an Blüten bringt Farbe in den Garten.
  8. Düngen wird durch gesäte Leguminosen wie Fadenklee, Rotklee oder Hornklee von selbst erledigt – diese binden den Stickstoff im Wurzelbereich und machen ihn für die Pflanzen verfügbar.

Anlage eines Blumenrasens

Standort:

Blumenrasen wachsen auf sonnigen und trockenen wie auch feuchten und halbschattigen Standorten. Wichtig ist die Auswahl eines passenden Saatgutes, je nach Standort. Am schönsten entwickelt sich ein Blumenrasen auf sonnigen und trockenen Standorten mit einer Vielzahl an Blumen.

Vorbereitung Boden

Zu Beginn wird der alte Pflanzenbestand oder bestehende Rasen vollständig entfernt, am besten mit einer Fräse. Für die spätere Ansaat des Blumenrasens muss das Saatbeet frei von keimfähigen Samen oder Wurzeln, sogenanntem Fremdbewuchs, sein. Der Boden wird zusätzlich gelockert, nährstoffreiche Böden müssen mit Sand abgemagert werden. Um den Nährstoffgehalt festzustellen, empfiehlt es sich vorher eine Bodenuntersuchung durchzuführen. Im Anschluss wird der Boden mit einem Rechen sowie einer Walze geebnet und rückverdichtet. Beim Betreten des Bodens sollten sich keine tiefen Fußabdrücke mehr bilden.

Saatzeitpunkt

Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat ist April, Mai bis Mitte Juni. Erfolgt die Aussat zu früh, überwachsen Beikräuter die aufkeimenden Blumenrasensamen, da diese oft bei geringeren Temperaturen zu keimen beginnen. Erfolgt die Aussaat im Sommer, verbrennen die aufkeimenden Samen des Blumenrasens durch Hitze und Trockenheit. Eine Aussaat im Herbst begünstigt wiederum einen gräserreichen Blumenrasen. Empfehlenswert ist bei der Aussaat auf das kommende Wetter zu achten, am besten erfolgt die Aussaat vor einer längeren Regenphase. Nach der Aussaat werden die Samen mit der Rückseite einer Schaufel angedrückt oder gewalzt, damit sie guten Bodenkontakt bekommen. Die Samenmenge beträgt im Schnitt 10g/m2.

Pflege im Aussaatjahr

Nach der Aussaat des Blumenrasens ist die Keimzeit der einzelnen Arten sehr unterschiedlich und kann bis zu mehreren Monaten dauern. Neben den Blumenrasensamen keimen auch die vorhandenen Beikrautsamen. Sollten Beikräuter durch Höhe und dichten Wuchs die Blumenrasensamen überschatten, so werden diese mit einer Sense oder einem hochgestellten Rasenmäher geschnitten und im Anschluss entfernt. Es können im ersten Jahr mehrere Säuberungsschnitte nötig sein. Die Beikräuter sollten immer durch eine hohe Mahd zurückgedrängt und nicht gejätet werden.

Pflege in den folgenden Jahren

Blumenrasen werden je nach Standort und Nährstoffversorgung 4-6 Mal jährlich gemäht. Je nährstoffreicher der Boden, desto häufiger muss gemäht werden. Dadurch verschwinden jedoch wieder einige Blumenarten. Die erste Mahd sollte vor dem 1. Mai erfolgen. Bis zur ersten Blütenpracht braucht es ein wenig Geduld. Die im Blumenrasen enthaltenen Blumen blühen erst nach dem ersten Winter.

Im Herbst an den Frühling denken

Zur Aufwertung des Rasens können Sie Zwiebelpflanzen wie Krokus, Schneeglöckchen, Blaustern, Winterling, Narzissen und Wildtulpen als Frühblüher pflanzen. Sie dienen im zeitigen Frühjahr als erste wichtige Nahrungsquelle für Insekten.

Saatgut: am besten aus der Umgebung

  • Beim Neuanlegen können Blumensamen von einer umliegenden Wiese geerntet werden. Dies garantiert eine heimische Artenzusammensetzung. Hier geht es zur Information, wie Sie Saatgut ernten und selbst vermehren können.
  • Samenmischungen für Blumenwiesen, Blumenrasen und Wildblumensäume erhalten Sie bei Wilde Blumen.
  • Studie der Universität für Bodenkultur zu Blumenrasen und Schotterrasen.


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