Ansprechperson:
Hotline-Team
DIE UMWELTBERATUNG
Plastikabfälle, die in die Natur gelangen, sind gefährlich für die Tierwelt und letztendlich auch für uns Menschen. Sie verschmutzen die Gewässer, und winzige Plastikteilchen wurden sogar in der Antarktis gefunden. Höchste Zeit, etwas zu unternehmen, findet auch die EU.
Eigens - Fotolia.com
Strohhalme
Als Mikroplastik werden Plastikteilchen bezeichnet, die kleiner als 5 Millimeter sind. Woher stammen diese kleinen Plastikteilchen in unserer Umwelt?
Scharfkantig und unverdaulich
Wenn Mikroplastik in Flüssen und Meeren treibt, wird es von Würmern, Muscheln oder Fischen für Nahrung gehalten und gefressen. Plastik ist aber unverdaulich. Das Tier kann so keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Es verhungert bei vollem Magen, denn Kunststoff enthält keine Nährstoffe. Übrigens: Mit Fischen und Muscheln landet das Plastik auch auf unseren Tellern.
Ebenfalls problematisch: während der Zersetzung können scharfe Kanten am Kunststoff entstehen.
Schadstoffe im und am Plastik
Bei der Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen werden gefährliche Stoffe zugesetzt, z.B. Weichmacher, Flammschutzmittel, Farbstoffe und UV-Stabilisatoren. Landet der Kunststoff in der Natur, dann können diese gefährlichen Stoffe an die Umgebung wieder abgegeben werden.
An der Oberfläche der Kunststoff-Partikel können sich Schadstoffe ablagern und anreichern. Besonders langlebige, nicht abbaubare organische Schadstoffe sowie Schwermetalle haften sich leicht an diesen kleinen Kunststoffteilchen an. Die Chemikalien gelangen mit dem Mikroplastik durch Fische und Muscheln in das Verdauungssystem des Menschen und dringen über die Schleimhäute in den Körper.
Der genaue Ablauf des Zerfalls von größeren Plastikteilen zu Mikroplastik ist noch weitgehend unerforscht. Je kleiner die Partikel sind, desto schwieriger ist die Zuordnung, woher die Kunststoffteilchen stammen. Zu den wichtigsten Verbreitungswegen von Mikroplastik zählen in Österreich Kläranlagen, Abfalldeponien, Luft, Boden und Grundwasser. In Böden in Straßennähe werden häufig Partikel aus Reifenabrieb nachgewiesen.
Plastikabfälle werden durch Wind und Wasser weit transportiert. Selbst in der Antarktis fand Greenpeace Anfang 2018 Mikroplastik in Meeresproben. Die lange Haltbarkeit und Wasserunlöslichkeit von Plastik sind klare Vorteile bei der Verwendung, aber in der Natur wird diese Unverwüstlichkeit von Kunststoff zum Problem.
Plastikprodukte treiben wesentlich länger im Meer als andere Produkte, bevor sie zerfallen – hier ein paar Beispiele:
Die meisten Kunststoffabfälle entstehen an Land, auch wenn oft von „Abfällen im Meer“ gesprochen wird. Wenn an Land weniger Plastik weggeworfen wird, verkleinert sich aber auch die Mengen von Mikroplastik in Gewässern, Meeren, an den Stränden und Küsten. An Küsten landen am häufigsten Einweg-Kunststoffe, d.h. Kunststoffartikel, die kurz genutzt werden und bald danach weggeworfen werden. Nur in seltenen Fällen werden sie recycelt.
Die häufigsten Einweg-Artikel aus Kunststoff, die an Stränden angespült werden, sind:
… die Produktion von Kunststoff weltweit zwischen 1950 und 2015 von 1,7 auf 322 Millionen Tonnen angestiegen ist?
Eine häufig angewendete Strategie zur Verringerung von Plastikmüll ist es, Plastik-Wegwerfprodukte zu ersetzen – durch Wegwerfprodukte aus Papier, Biokunststoff, Holz, Glas oder anderen Materialien. Unser Müllberg und Verbrauch von Ressourcen wird damit vielleicht plastikfreier, aber nicht kleiner. Der Einsatz von Wegwerfprodukten sollte soweit als möglich verkleinert werden – egal aus welchem Material sie bestehen.
In Europa entstehen jedes Jahr 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle. Ziel der Plastikstrategie der EU ist es, Kunststoffabfälle zu verringern und das Recycling zu fördern. Ab 2030 sollen alle verpackungen aus Kunststoffen auf dem EU-Markt recyclingfähig sein. Außerdem soll der Verbrauch an Einweg-Kunststoffen auf dem EU-Markt verkleinert und die Verwendung von Mikroplastik in Kosmetik, Farben oder Reinigungsmitteln beschränkt werden.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
dottedyeti – adobestock
Als Mikroplastik bezeichnet man Plastikteilchen, deren Durchmesser kleiner als 5 mm ist. DIE UMWELTBERATUNG hat für Sie Informationen und Tipps zur Vermeidung von Mikroplastik zusammengestellt.
Sandra Papes DIE UMWELTBERATUNG
Zuhause gibt es viele Möglichkeiten, Plastik zu vermeiden. Wie wär’s mit Naturtextilien statt Kunststofffasern, Mineralwasser in Mehrwegflaschen statt Einwegflaschen und Seife statt Duschbad?
Sandra Papes DIE UMWELTBERATUNG
Wer unterwegs ist, hat viele Gelegenheiten, Plastik einzusparen: Einkaufstaschen aus Stoff, wiederbefüllbare Becher für den Kaffee zwischendurch, mit den Öffis fahren und vieles mehr.
Sandra Papes DIE UMWELTBERATUNG
Kräftig feiern geht auch mit wenig Plastik sehr gut: Trinken ohne Strohhalm und Wasser aus schönen Wasserkrügen … verwöhnen Sie Ihre Gäste plastikfrei!
DIE UMWELTBERATUNG
Geschenke zu besonderen Anlässen und Mitbringsel aus dem Urlaub müssen nicht aus Plastik sein: Blumensträuße ohne Folien und Spielzeug aus Holz kommen besser an.
Naja Bertolt Jensen via unsplash
Plastik-Müll in der Umwelt wird zunehmend zum Problem. Ein großer Teil davon stammt von Wegwerfprodukten und –verpackungen. Was sind die umweltfreundlichsten Alternativen zu diesen Einweg-Plastik-Produkten?
Roman Milert – AdobeStock
Weltweit verbrauchen wir über eine Million Plastikflaschen – pro Minute! Oft wird es so dargestellt, als ließe sich diese Plastikschwemme durch Recycling aus der Welt schaffen – doch es gibt bessere Lösungen als Recycling: Getränke aus der Region in Mehrwegflaschen!
mykolastock – AdobeStock
Das Plastiksackerl wurde in den letzten Jahren viel gescholten – und es gibt einen klaren Trend weg davon. In Österreich wird es ab 2020 verboten. Auch einige andere Länder haben bereits Verbote beschlossen. Alternativen sind Mehrwegtaschen, die oft wiederverwendet werden.
Gisela – AdobeStock
Einweg-Plastikteller und Plastikbesteck fürs schnelle Picknick, Einweg-Plastikbecher und Plastik-Boxen für Take-away Lebensmittel – sie alle sollen in Europa bald der Vergangenheit angehören. Das wurde in der EU-Richtlinie zur Verringerung von Einwegplastik festgelegt. Und was sind die besten Alternativen?
Zauberblicke – AdobeStock
Strohhalme aus Plastik werden wenige Minuten verwendet und bleiben danach – wenn sie nicht richtig entsorgt werden – Jahrzehnte auf unserem Planeten. Der Müll sammelt sich an, obwohl es gute Alternativen für Strohhalme gibt. Die beste: Nicht jeder Drink braucht einen Halm. Auch Mehrweglösungen reduzieren die Müllmengen, während leicht abbaubare Einweghalme zwar weiterhin Müll produzieren, aber immerhin durch ihre schnelle Zersetzung punkten.
Eigens – AdobeStock
Auf Wattestäbchen kann man in den meisten Fällen getrost verzichten. Und das ist nicht nur im Sinne der Umwelt, sondern auch der eigenen Gesundheit. Wer dennoch hin und wieder Wattestäbchen verwenden möchte, findet hier Alternativen.
Lightspruch – AdobeStock
Zigarettenfilter zählen zu den häufigsten Einwegplastikartikeln, die an europäischen Stränden angespült werden. Sie enthalten viele toxische Stoffe, daher sollten Zigarettenstummel nie einfach draußen weggeworfen, sondern immer mit dem Restmüll entsorgt werden.
Evgen Adobe Stock
Toiletten-Feuchttücher stehen für eine schnelle und gründliche Reinigung im Alltag. Allerdings stecken in den Tüchern gefährliche Inhaltsstoffe. Und sie können Kanäle und Pumpen in der Abwasserentsorgung verstopfen.
iushakovsky – stock.adobe.com
Wirksame Tipps, um Abfall und Geld zu sparen