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Hotline-Team
DIE UMWELTBERATUNG
Die Basis für Viscosefasern kommt aus dem Wald. Zellulose wird aus Holz gewonnen und in einem chemischen Verfahren zu Viscosefasern gesponnen. Ob das Verfahren umweltverträglich oder umweltschädlich ist, hängt von der Bewirtschaftung des Waldes und der Art des Viscosespinnverfahrens ab.
Michaela Knieli DIE UMWELTBERATUNG
Viskosebluse
Viscose, auch Kunstseide genannt, gilt als eine der ältesten Chemiefasern, da sie erstmals Ende des 19. Jahrhunderts industriell hergestellt wurde. Heute wird sie vor allem für Bekleidung zum Beispiel als Alternative für Seide genutzt, aber auch für Hygieneprodukte, Krankenhaustextilien und sogar Teebeutel.
Viscose besteht aus Cellulose, die man aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz produziert. Die Produktion ist sehr energieaufwändig und braucht große Mengen an Chemikalien wie Natronlauge und Schwefelsäure. Bei der Herstellung wird eine zähe, viskose Flüssigkeit aus chemisch veränderter Cellulose produziert. Die Flüssigkeit wird dann durch Düsen gepresst, verfestigt sich und es entstehen Viscosefilamente, die anschließend zu Fasern gesponnen werden. Diese Fasern können auch mit anderen Fasern vermischt und zu Stoff weiterverarbeitet werden.
Die höchsten ökologischen Standards findet man in der heimischen Viskoseproduktion. Die Firma Lenzing hat ein Viscose- und Modalververfahren mit hohen Rückgewinnungsraten bei Chemikalien entwickelt. Die Abwasser- und Luftemissionen werden in diesem Prozess laufend verringert. Den höchsten ökologischen Standard hat das Lyocell Produktionsverfahren. Bei diesem Verfahren wird der Zellstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft ohne jegliche chemische Veränderung in einem geschlossenen Verfahrenskreislauf gelöst und verarbeitet. Dabei wird ein organisches Lösungsmittel verwendet, dass den Zellstoff ohne chemische Modifikation direkt löst. Daher ist der Lyocell-Prozess deutlich einfacher als der Viscoseprozess. Mit dem speziellen Verfahren wird das Lösungsmittel in einem geschlossenen Kreislauf zu mehr als 99 Prozent zurückgewonnen und dem Produktionsprozess immer wieder zugeführt. Das Lyocell-Produktionsverfahren wurde über die jahre laufend weiterentwickelt und der Energieverbrauch wurde durch kontinuierliche Optimierung reduziert.
Viscose ist sehr vielseitig und lässt sich auch gut mit anderen Fasern kombinieren. Der weiche Stoff ist sehr robust und auch luftdurchlässig und somit viel besser verträglich als Kunstfasern. Viscose lädt sich nicht elektrostatisch auf und ist trotzdem pflegeleicht.
Im Öko-Ranking schneidet Viscose aus dem Lycell Verfahren aufgrund des geringeren Wasserverbrauchs im Vergleich zu konventionell produzierter Baumwolle besser ab.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
DIE UMWELTBERATUNG
Ökologische Mode gibt´s in vielen Varianten: biologisch, fair, aus recycelten Materialien, vegan oder Second-Hand. Wo Sie diese Mode bekommen und welchen Kriterien sie entspricht, finden Sie weiter unten.
BMK
Nachschlagewerk über die gesamte textile Kette mit Tipps für umweltfreundliche Textilien
Michaela Knieli DIE UMWELTBERATUNG
Polyester ist preisgünstig und deshalb die am meisten verwendete Faser. Die Herstellung aus Erdöl oder Kohle ist allerdings energieaufwändig und extrem umweltschädlich. Außerdem landen die Fasern beim Waschen im Abwasser und letztendlich als Mikroplastik im Meer.
volff Fotolia
Die Hälfte aller weltweit hergestellten Textilien bestehen aus Baumwolle. Auch wenn es ein nachwachsender Rohstoff ist, kann die Ökobilanz von herkömmlichen Baumwollprodukten sehr schlecht aussehen. Ökologisch wesentlich besser schneidet die Bio-Baumwolle ab!
Michaela Knieli DIE UMWELTBERATUNG
Leinen besteht aus den Fasern des Flachses, der eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt ist. Damals wie heute werden Stoffe aus diesem Naturmaterial für die kühlenden Eigenschaften geschätzt.