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DIE UMWELTBERATUNG
Warum Neues kaufen, wenn Sie Altes ganz einfach aufpeppen können? Kleidung mit Pflanzen zu färben ist ein wunderbares DIY-Projekt: Es spart Geld, schont Ressourcen und bringt frischen Wind in Ihren Kleiderschrank. Statt auszusortieren, können Sie Ihre Lieblingsstücke kreativ umgestalten.
Cornelia Seirer
Mit Pflanzen gefärbte Socken
Herkömmliche Farbsets können problematische Inhaltsstoffe enthalten, die Haut reizen oder Allergien auslösen. Pflanzenfarben sind die nachhaltige Alternative: biologisch abbaubar, hautfreundlich und mit viel Freude selbst gesammelt und hergestellt. Und das Beste: Viele Färberpflanzen wachsen direkt vor Ihrer Haustür – zum Beispiel Walnuss oder Goldrute. Auch Küchenreste wie Zwiebelschalen sind echte Farbheld*innen!
Pflanzenfarben haben eine lange Tradition. Zwar wurden sie ab dem 19. Jahrhundert durch synthetische Farben verdrängt, doch heute erleben sie ein Comeback – vor allem bei DIY-Begeisterten, die Wert auf Natürlichkeit und Individualität legen. Erprobte Klassiker*innen wie Färberkrapp, Färberkamille oder Indigo und Färberwaid liefern lebendige, oft überraschende Farbtöne mit langer Haltbarkeit. Andere Pflanzenfarben sind nicht so verlässlich: Beeren wie Holunder bringen tolle leuchtende Rot- und Blau-Violett-Töne, die aber leider nur kurz Freude bringen. Holunderbeeren sind nämlich nicht lichtecht und verblassen stark mit der Zeit. Fürs Stofffärben eignen sie sich deswegen nur sehr bedingt.
Mutige können selbst Versuche mit verschiedenen, in der Natur oder in der Vorratskammer gesammelten Pflanzen machen oder ihr Textil mit dem jeweiligen Fleckenverursacher ganz einfärben. Gibt es zum Beispiel Heidelbeerflecken auf dem T-Shirt, kann man versuchen, das ganze T-Shirt mit Beeren zu färben.
Hier einige Inspirationen für Ihre Färbeprojekte:
Rosé: Weißdorn (Äste bzw. Rinde)
Gelb: Goldrute (Blüten und Blätter), Birke (Blätter), Kurkuma (Gewürz), Apfelbaum (Sommerschnitt Äste)
Braun-goldgelb: Zwiebelschalen, Walnussblätter
Blau: Färberwaid, Indigo (jeweils die Blätter)
Bronze: Eichenrinde
Hellgrün-gelb: Schilfblüten
Tipp: Halten Sie Ihre Färbeversuche in einem DIY-Tagebuch fest – so entwickeln Sie mit der Zeit Ihr eigenes Farbarchiv!
In der Regel wird sogenannte Beize zum Fixieren benötigt. Sie hilft, die Farbe dauerhaft im Stoff zu fixieren. Das geht zum Beispiel mit Alaun, Soda und Weinstein oder pflanzlichen Beizmitteln wie Galläpfeln oder dem Japanischen Staudenknöterich. Indigo und Färberwaid sind eine Ausnahme und müssen nicht vor dem Färben gebeizt werden.
Mit ein paar Tricks können Sie die Farbe nachträglich beeinflussen: „Eisenwasser“ (z. B. aus rostigen Nägeln) dunkelt Farben ab und wandelt zum Beispiel Gelb in Grau-Grün.
Wenn Sie ins Thema einsteigen möchten: Es gibt zahlreiche Workshop-Angebote oder Bücher mit Rezepten, Pflanzenporträts und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. DIE UMWELTBERATUNG empfiehlt, sich vorab gut zu informieren damit Ihr DIY-Projekt ein voller Erfolg wird!
Babs Behan: Naturfarben – Färbemittel, Techniken und Projekte,
ISBN: 978-3038000532
Dorothea Fischer: Naturfarben auf Wolle und Seide – Färben ohne giftige Zusätze,
ISBN: 978-3833446917
Irmela Erckenbrecht & Peter Reichenbach: Farbstark mit sevengardens – Das Färbergarten-Netzwerk für eine bessere Welt,
ISBN: 978-3895663703
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Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
DIE UMWELTBERATUNG
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