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Kleidung färben mit Pflanzenfarben: Nachhaltige DIY-Ideen mit Naturfarben

Warum Neues kaufen, wenn Sie Altes ganz einfach aufpeppen können? Kleidung mit Pflanzen zu färben ist ein wunderbares DIY-Projekt: Es spart Geld, schont Ressourcen und bringt frischen Wind in Ihren Kleiderschrank. Statt auszusortieren, können Sie Ihre Lieblingsstücke kreativ umgestalten. 

Mit Pflanzen gefärbte Socken

Mit Pflanzen gefärbte Socken

Natürlich statt synthetisch färben

Herkömmliche Farbsets können problematische Inhaltsstoffe enthalten, die Haut reizen oder Allergien auslösen. Pflanzenfarben sind die nachhaltige Alternative: biologisch abbaubar, hautfreundlich und mit viel Freude selbst gesammelt und hergestellt. Und das Beste: Viele Färberpflanzen wachsen direkt vor Ihrer Haustür – zum Beispiel Walnuss oder Goldrute. Auch Küchenreste wie Zwiebelschalen sind echte Farbheld*innen!

Farben mit Geschichte und Charakter

Pflanzenfarben haben eine lange Tradition. Zwar wurden sie ab dem 19. Jahrhundert durch synthetische Farben verdrängt, doch heute erleben sie ein Comeback – vor allem bei DIY-Begeisterten, die Wert auf Natürlichkeit und Individualität legen. Erprobte Klassiker*innen wie Färberkrapp, Färberkamille oder Indigo und Färberwaid liefern lebendige, oft überraschende Farbtöne mit langer Haltbarkeit. Andere Pflanzenfarben sind nicht so verlässlich: Beeren wie Holunder bringen tolle leuchtende Rot- und Blau-Violett-Töne, die aber leider nur kurz Freude bringen. Holunderbeeren sind nämlich nicht lichtecht und verblassen stark mit der Zeit. Fürs Stofffärben eignen sie sich deswegen nur sehr bedingt.

Farbpalette aus Natur & Küche

Mutige können selbst Versuche mit verschiedenen, in der Natur oder in der Vorratskammer gesammelten Pflanzen machen oder ihr Textil mit dem jeweiligen Fleckenverursacher ganz einfärben. Gibt es zum Beispiel Heidelbeerflecken auf dem T-Shirt, kann man versuchen, das ganze T-Shirt mit Beeren zu färben.                                                                                               

Hier einige Inspirationen für Ihre Färbeprojekte:

Rosé: Weißdorn (Äste bzw. Rinde)
Gelb: Goldrute (Blüten und Blätter), Birke (Blätter), Kurkuma (Gewürz), Apfelbaum (Sommerschnitt Äste)
Braun-goldgelb: Zwiebelschalen, Walnussblätter
Blau: Färberwaid, Indigo (jeweils die Blätter)
Bronze: Eichenrinde
Hellgrün-gelb: Schilfblüten

Tipp: Halten Sie Ihre Färbeversuche in einem DIY-Tagebuch fest – so entwickeln Sie mit der Zeit Ihr eigenes Farbarchiv!

Voraussetzungen: Bevor Sie loslegen, prüfen Sie Ihr Ausgangsmaterial!

  • Helle Stoffe eignen sich am besten. Dunkle Farben lassen sich schwer überfärben.
  • Kunstfaser nimmt botanische Farbe kaum auf. Greifen Sie deswegen zu Naturfasern. Wolle und Seide nehmen die Farbe am besten auf, Leinen, Baumwolle oder Hanf funktionieren auch gut.
  • Achtung: Nähte bestehen oft aus synthetischem Garn und bleiben heller – das kann stilvoll wirken oder einen ungewollten Kontrast erzeugen.

Beizen und Färben – der Trick für haltbare Farben

In der Regel wird sogenannte Beize zum Fixieren benötigt. Sie hilft, die Farbe dauerhaft im Stoff zu fixieren. Das geht zum Beispiel mit Alaun, Soda und Weinstein oder pflanzlichen Beizmitteln wie Galläpfeln oder dem Japanischen Staudenknöterich. Indigo und Färberwaid sind eine Ausnahme und müssen nicht vor dem Färben gebeizt werden.

So geht das Färben mit pflanzlichen Farbstoffen Schritt für Schritt:

  1. Den Stoff waschen – er muss sauber sein.
  2. Den Stoff  in Wasser mit Beizmittel etwa 1 Stunde sanft köcheln lassen (Vorsicht: Seide nicht über 70 Grad erhitzen).
  3. Gut ausspülen. Der Stoff ist bereit fürs Färben.
  4. Farbflotte selbst herstellen:
  • Pflanzen zerkleinern und mit Wasser eine Stunde köcheln lassen.
  • Brühe abseihen und Pflanzenteile entfernen.
  • Stoff einlegen und etwa 1 Stunde sanft köchelnd färben. Um die Farbe zu verstärken, kann man den Stoff danach noch bis zu zwei Tagen darin liegen lassen.

Mit ein paar Tricks können Sie die Farbe nachträglich beeinflussen: „Eisenwasser“ (z. B. aus rostigen Nägeln) dunkelt Farben ab und wandelt zum Beispiel Gelb in Grau-Grün.

Lust auf mehr?

Wenn Sie ins Thema einsteigen möchten: Es gibt zahlreiche Workshop-Angebote oder Bücher mit Rezepten, Pflanzenporträts und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. DIE UMWELTBERATUNG empfiehlt, sich vorab gut zu informieren damit Ihr DIY-Projekt ein voller Erfolg wird!

Buchtipps

Babs Behan: Naturfarben – Färbemittel, Techniken und Projekte,
ISBN: 978-3038000532

Dorothea Fischer: Naturfarben auf Wolle und Seide – Färben ohne giftige Zusätze,
ISBN: 978-3833446917

Irmela Erckenbrecht & Peter Reichenbach: Farbstark mit sevengardens – Das Färbergarten-Netzwerk für eine bessere Welt,
ISBN: 978-3895663703

 

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