Bodenversiegelung und Flächenverbrauch
Immer mehr Böden verschwinden unter Straßen und Bauwerken. Die Probleme dieses Flächenverbrauchs und der Versiegelung des Bodens werden immer deutlicher.
Vitor Paladini via unsplash
Bodenversiegelung
Bauwerke der Menschen, die den Boden undurchlässig bedecken, führen zur Bodenversiegelung. Das bedeutet, dass der Boden keinen Niederschlag mehr aufnehmen kann und viele der dort normalerweise ablaufenden Prozesse gestoppt werden. Lebensraum für Bodenlebewesen und Pflanzen geht verloren. Laut WWF verschwindet in Österreich täglich der Lebensraum von über 11 Millionen Regenwürmern unter einer Betonschicht oder wird zerstört.
Das Fehlen von Versickerungsfläche erhöht die Hochwassergefahr. Die Grundwasserbelastung und Stoffkonzentration steigt, da bei punktueller Versickerung des Niederschlages weniger Schadstoffe im Boden gefiltert werden. Der natürliche Wasserkreislauf ist gestört.
„Unterirdische Versiegelungen“ wie Tunnelbauten oder besonders tiefe Keller beeinflussen das Strömungsverhalten des Grundwassers besonders in Hanglagen.
In den letzten 10 Jahren wurden durchschnittlich 11 Hektar pro Tag verbaut
In Österreich wurden laut Umwelbundesamt bis zum Jahr 2025 insgesamt 5.681 km² Boden verbraucht (Flächeninanspruchnahme). Das entspricht 6,8 % der Landesfläche und 17,4% des Dauersiedlungsraumes. Der Flächenverbrauch bewegt sich in Österreich mit rund 6,5 Hektar pro Tag nach wie vor auf hohem Niveau (Periode 2022-2025). Der tägliche Zuwachs an versiegelten Flächen ist im Vergleich zu den Vorperioden geringer geworden.
Vor allem in den Innenstädten hat nur noch ein geringer Anteil des Erdbodens direkten Kontakt zur Luft. Die Zersiedelung „treibt“ die Bodenversiegelung immer weiter in noch unbebaute Bereiche hinein. Ein Hauptgrund für die wachsende Bodenversiegelung ist der Ausbau von Gewerbegebieten und Verkehrsanlagen wie Straßen und Flughäfen. Die größten Anteile an der Flächeninanspruchnahme hatten im Zeitraum 2022 bis 2025 Siedlungsflächen, wie zum Beispiel Wohn-und Geschäftsgebiete.
Die Flächenversiegelung stellt in dicht besiedelten Gebieten der industrialisierten Länder eines der drängendsten ökologischen Grundprobleme dar. In Bezug auf den Klimaschutz kann verbauter Boden auch nicht mehr als Kohlendioxid-Speicher dienen. Mit einer bodenschonenden Raum- und Verkehrsplanung gestalten wir heute das Klima von morgen. Daher sollten Acker- und Grünland, aber auch Innenhöfe oder Gärten möglichst wenig versiegelt werden.
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis 2030 auf 2,5 ha pro Tag zu reduzieren.
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