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Hotline-Team
DIE UMWELTBERATUNG
Balkonkraftwerke sind Mini-Photovoltaikanlagen, die an die Steckdose am Balkon angeschlossen werden. Sie liefern dem Haushalt Strom und sind ein Gewinn für die Umwelt.
Cornelia Seirer DIE UMWELTBERATUNG
So könnte ein Balkon mit Balkonkraftwerk aussehen.
Ein Balkonkraftwerk ist eine Photovoltaikanlage, die maximal 800 Watt in das Stromnetz der Wohnung/des Hauses einspeisen darf. Die Geräte im Haushalt werden zuerst versorgt, nur wenn das Balkonkraftwerk mehr Strom liefert als Bedarf ist, wird dieser Strom ins öffentliche Netz abgegeben. Diese Strommenge wird aber nicht gemessen und vergütet.
Ein Balkonkraftwerk funktioniert ähnlich den großen Photovoltaik-Anlagen. Aus Sonnenstrahlung wird mittels Solarpaneel Gleichstrom erzeugt. Dieser wird mit einem Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt, damit er im Haushalt verwendet werden kann. An einer Schuko-Steckdose wird der Strom ins Stromnetz eingespeist. Diese Vorgehensweise ist wesentlich einfacher als bei größeren Anlagen.
Maximal 800 Watt dürfen über die Steckdose ins Haushaltsnetz eingeleitet werden. Ist die Ausrichtung der Solarpaneele nicht optimal, kann es durchaus Sinn machen, Solarpaneele mit einer höheren Maximalleistung zu montieren. Entscheidend ist, wieviel der Wechselrichter an das Stromnetz abgibt: Es darf maximal eine Leistung von 800 Watt sein – das ist eine Vorschrift aus Sicherheitsgründen!
Die Vorschriften bezüglich der Maximalleistung von 800 Watt müssen unbedingt eingehalten werden, um einen Kabelbrand zu verhindern. Das Balkonkraftwerk sollte eine CE-Kennzeichnung haben, um einen gewissen Sicherheitsstandard zu garantieren.
Man kann den erzeugten Strom auch in einem Akku speichern und später verwenden.
Es ist nicht vorgesehen, dass steckerfertige Balkonkraftwerke auch bei einem Blackout Strom im Haushalt einspeisen können. Ein Elektriker könnte aber die Anlage zusätzlich so ausrüsten, dass auch ein Weiterbetrieb trotz Blackout möglich wird.
Die Ausbeute ist je nach Himmelsrichtung unterschiedlich:
Norden: 56,3 %
Süden: 100 %
Osten: 80,7 %
Westen: 80,7 %
Diese Vergleichswerte in Prozent gehen von einem optimalen Neigungswinkel von 35 Grad aus.
Wird das Paneel vertikal eingebaut, erzielt es einen Ertrag von 70,6 Prozent gegenüber der optimalen Neigung. Wird das Paneel etwas schräg gestellt, verbessert sich der Ertrag – z.B. bei 15 Grad Neigung auf 95,3 Prozent Ertrag.
Verschattung ist ein Problem. Wenn es im Erdgeschoß nur 2 Monate im Jahr direkte Sonnenbestrahlung an wenigen Stunden pro Tag gibt, ist der Stromgewinn durch das Balkonkraftwerk gegenüber einer sonnigen Lage in oberen Geschoßen deutlich geringer. Die Anschaffung rentiert sich in diesem Fall nicht.
Ja, die Anschaffung eines Balkonkraftwerks ist eine sinnvolle Umweltinvestition. Die energetische Amortisationzeit für die Paneele wird auf 1-3 Jahre je nach Hersteller geschätzt. Energetische Amortisationszeit bedeutet, innerhalb welcher Zeit die eingesetzten Kilowattstunden für die Herstellung des Kraftwerks wieder erzeugt werden. Die Lebensdauer der Paneele beträgt mindestens 25 Jahre, der Wechselrichter muss meist früher getauscht werden.
Es ist sinnvoll, zumindest einen Teil des Haushaltsstroms durch eine eigene Stromquelle abdecken zu können. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch in einem Singlehaushalt, der ca. 1300 Kilowattstunden beträgt, sind 800 Kilowattstunden, die selbst erzeugt werden können, schon beachtlich.
Der Rebound-Effekt wird auch Boomerang-Effekt genannt. Ein Beispiel: Sie investieren in ein Balkonkraftwerk und statten ihre Wohnung mit neuer Unterhaltungselektronik aus. Wegen des Energieverbrauchs der neuen Geräte wird übers Jahr gesehen der gesamte Strom aus der Mini-Solaranlage verbraucht – im Extremfall sogar mehr. Für die Umwelt wird daher kein Gewinn erzielt.
Ein Balkonkraftwerk in der Grundausstattung mit einer Spitzenleistung von 800 Watt kostet aktuell etwa 500 Euro – ohne Akku und ohne Montage.
Das kommt darauf an, wieviel vom selbst erzeugten Strom tatsächlich verbraucht werden kann. Geht man davon aus, dass 50 Prozent des selbst erzeugten Stromes selbst verbraucht werden, ist eine Einsparung von 140 Euro an jährlichen Stromkosten realistisch. (Annahme 35 Cent/kWh, Stromeinsparung 400 kWh/a).
Die Montage ist bei handwerklichem Geschick selbst durchführbar. Auch Elektriker*innen bieten Unterstützung bei der Inbetriebnahme an. Besonders wenn die Elektroinstallation schon alt erscheint, ist eine Überprüfung durch eine Fachfirma anzuraten.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG