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DIE UMWELTBERATUNG
Haben Sie es draußen schon summen gehört? Lange bevor im Kalender der Frühling da ist, sind die ersten Wildbienenarten aktiv. Wie Sie den Wildbienen helfen können, ihre Kinderstuben zu bauen, zeigen wir Ihnen in drei neuen Videos.
Björn Schoas, DIE UMWELTBERATUNG
Nisthilfe für Wildbienen
Nisthilfen für Wildbienen werden im Handel in verschiedensten Ausführungen angeboten oder werden mit Bauanleitungen selbst hergestellt. Die angebotenen Modelle sind aber nicht immer geeignet und werden daher von Wildbienen nicht angenommen. Beim Bau von Wildbienenhäusern sind die Verwendung der Ausgangsmaterialien und deren richtige Verarbeitung wichtig. Dann werden die Nisthilfen zahlreich besiedelt. In drei kurzen Videos auf www.youtube.com/umweltberatung finden Sie Tipps zum Bau von Nisthilfen für Wildbienen.
Um möglichst viele verschiedene Wildbienenarten zu fördern, ist es notwendig, geeignete Quartiere anzubieten. Einige Wildbienenarten benötigen für die Eiablage Hohlräume wie Erdlöcher, dürre Pflanzenstängel, Mauerspalten oder Käferfraßgänge im Totholz. Richtig angelegte Nisthilfen können diese natürlichen Nistmöglichkeiten ergänzen. Wichtig: die Nisthilfe an einer regengeschützten und sonnenexponierten Stelle aufstellen oder -hängen, z.B. südseitig an Schuppen, Garage oder Hausmauer. Auch auf dem Balkon werden diese Nisthilfen gerne besiedelt. Sind die Öffnungen in der Nisthilfe verschlossen, bedeutet das, dass sie bewohnt sind.
Ihr braucht:
– Feuchten Ton
– Unterschiedlich dicke Stricknadeln, Bleistifte oder Essstäbchen (Durchmesser 2 – 9 cm)
– Schere und Messer
– Schnur (wenn ihr die Nisthilfe aufhängen wollt)
So geht´s:
Schritt 1:
Ton in die gewünschte Form bringen – ca. 10x10x10 cm, bei der Form kann man gerne kreativ sein.
Schritt 2:
Mit den Stricknadeln und Stäbchen Löcher in den Ton stoßen, dabei den Block komplett durchstoßen, damit sich die Gänge nicht wieder verschließen.
Profi-Tipp: Die Gehörnte Mauerbiene braucht einen Durchmesser von 6-9mm. Doch vor allem kleinere Löcher, die von kleineren Wildbienen, wie der Maskenbiene, besiedelt werden, sollten dominieren. So enge Nistplätze sind oft selten.
Schritt 3:
Dabei genug Abstand zwischen den Löchern lassen, damit keine Risse beim Trocknen oder Brennen entstehen.
Profi-Tipp: Die Löcher unregelmäßig anordnen, damit sich die Wildbienen leichter orientieren können.
Schritt 4:
Die Löcher auf der Rückseite mit Ton verschließen.
Schritt 5:
Mit der Stricknadel im oberen Bereich zwei Löcher stoßen – hier kann später eine Schnur zum Aufhängen durchgefädelt werden.
Schritt 6:
Den Tonblock ein bis zwei Wochen mit Plastik locker abgedeckt und zwei weitere Wochen unbedeckt trocknen lassen und danach bei einer Töpferwerkstatt brennen lassen. Die lange Pause ist wichtig: Ist der Tonblock im Inneren nämlich noch feucht, zerreißt er im Brennofen. Bei einer Temperatur von ca. 990° bleibt der Ton offenporig – somit haben Pilze keine Chance und Eier und Larven bleiben gesund.
Schritt 7:
Die Nisthilfe an einer sonnigen, trockenen, windgeschützten Stelle montieren und beobachten.
In hohlen Stängeln nisten Wildbienen gerne. Die Halme sollten ungefähr 15-20 cm lang sein. Das hintere Ende der Röhren muss verschlossen sein, daher Bambusröhrchen am besten hinter den Knoten durchsägen. Damit entsteht ein natürlicher Abschluss. Schilfhalme können mit einer scharfen Gartenschere abgeschnitten werden. Diese Halme können gebündelt in eine alte Weißblechdose oder einzeln in Löcher von Hohlziegeln gesteckt werden. Wichtig bei Schilf- und Bambusröhrchen ist, dass diese glatt abgeschnitten und nicht gequetscht werden und keine ausgefransten Enden haben. Daran würden sich die Wildbienen ihre empfindlichen Flügel verletzen.
Für Nisthölzer eignet sich gut abgelagertes, entrindetes Hartholz von Esche, Buche oder Eiche. Nadelholz ist nicht geeignet, weil dieses zu stark fasert. Hartholzblöcke werden immer im Längsholz angebohrt, nicht im Stirnholz, also nicht auf der Seite der Jahresringe. Die Löcher sollten 2 – 9 mm Durchmesser haben und 5 – 10 cm tief sein. Wichtig ist, auf eine gerade Bohrung zu achten und etwas Abstand zwischen den Löchern zu lassen. Den Holzblock nicht durchbohren, die Hinterseite muss immer verschlossen sein! Mit Schmirgelpapier werden auf der Vorderseite die Bohrlöcher geglättet und am Schluss das Sägemehl ausklopft.
Wildbienen werden optimal gefördert, wenn sie neben den Nisthilfen auch Futterquellen vorfinden. Blühende Nahrungspflanzen sollten von Frühling bis Herbst vorhanden sein, um ein durchgehendes Futterangebot für (Wild)Bienen zu gewährleisten.
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WT PictureProduction – Fotolia.com
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