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DIE UMWELTBERATUNG
KOSTbare Wildpflanzen in Wien: Der Gewöhnliche Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler und zählt zu einem der ältesten Räucherkräuter Europas. Durch seine Bitterstoffe wird er traditionell als Würz- und Heilpflanze verwendet und macht vor allem fettreiche Speisen leichter bekömmlich. Auffällig sind seine mattgrünen Blätter, deren Unterseite silbrig-weiß behaart ist.
Cornelia Seirer
Beifuß
Der Gewöhnliche Beifuß (Artemisia vulgaris) wird aufgrund seiner Bitterstoffe traditionell als Würz- und Heilpflanze genutzt. In kleinen Mengen verfeinert er fettreiche Speisen oder Gemüsegerichte und fördert die Verdauung. Als Tee wirkt er appetitanregend und krampflösend, sollte jedoch nur in Maßen verwendet werden. Besonders bekannt ist Beifuß als Räucherkraut – seine getrockneten Blätter und Blüten werden in Räuchermischungen geschätzt.
Der Beifuß enthält wertvolle Inhaltsstoffe:
Beifuß kann bis zu 2 Meter hoch werden. Seine Blätter sind tief fiederschnittig, auf der Oberseite mattgrün und auf der Unterseite weißfilzig behaart. Im Juli und August erscheinen seine unscheinbaren gelblichen bis rötlichen Blüten in rispenförmigen Blütenständen.
Beifuß gilt als eines der ältesten Räucherkräuter Europas. Schon in der Steinzeit wurde er für Schutz- und Reinigungsräucherungen genutzt. Laut dem Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl war Beifuß das klassische Räucherkraut der Germanen und Kelten. Es wurde verwendet, um böse Geister zu vertreiben, Räume zu reinigen, Mut und innere Stärke zu schenken sowie bei Übergangsritualen, Jahreskreisfesten oder vor großen Reisen zu räuchern. Sein würzig-herber Duft wirkt klärend, schützend, energetisierend und fördert laut Storl Visionen, Traumkraft und spirituelle Wahrnehmung.
Bereits im Mittelalter war Beifuß ein wichtiges Heilkraut. Er wurde bei Verdauungsproblemen, Appetitlosigkeit und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Auch heute wird er in der Pflanzenheilkunde genutzt, unter anderem als Tee oder Tinktur zur Anregung des Stoffwechsels und zur Entspannung der Muskulatur.
Beifuß wächst bevorzugt an trockenen, nährstoffreichen Standorten wie Wegrändern, Bahndämmen und Brachen. Er ist in erster Linie ein Windbestäuber, da seine kleinen Blüten kaum Nektar produzieren. Dennoch besuchen Insekten seine Blüten, da der Pollen leicht zugänglich ist. Einige spezialisierte Wildbienenarten wie die Rainfarn-Herbstsandbiene (Andrena denticulata) sammeln gezielt seinen Pollen. Insgesamt spielt Beifuß als Nektarquelle jedoch eine untergeordnete Rolle. Für Schmetterlinge ist Beifuß vor allem als Raupenfutterpflanze bedeutend: 45 Schmetterlingsarten, darunter viele Nachtfalter wie der Feldbeifuß-Mönch (Cucullia artemisiae) und der Beifuß-Mönch (Cucullia absinthii), nutzen ihn zur Eiablage und als Nahrung für ihre Raupen. Auch der Distelfalter (Vanessa cardui) nutzt Beifuß gelegentlich als Raupenfutterpflanze.
Die Blätter können von Juni bis August geerntet und frisch oder getrocknet verwendet werden. Für die Verwendung als Räucherkraut schneidet man die Triebspitzen vor der Blüte. Beim Ernten sollte Beifuß maßvoll gesammelt werden, um die Bestände zu schonen.
Foto-Galerie: Beifuß erkennen
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Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
Cornelia Seirer
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Adobestock, sauletas
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Cornelia Seirer
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