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DIE UMWELTBERATUNG
KOSTbare Wildpflanzen in Wien: Der Giersch gehört zur Familie der Doldenblütler und wächst bevorzugt in feuchten, schattigen Lagen. Obwohl er in Gärten oft als lästig gilt, überzeugt er mit seinem feinen Geschmack und vielen wertvollen Inhaltsstoffen.
Björn Schoas DIE UMWELTBERATUNG
Gewöhnliche Giersch
Der Gewöhnliche Giersch (Aegopodium podagraria) ist eine echte Wildgemüse-Delikatesse. Die jungen, zarten Blätter lassen sich ab dem zeitigen Frühjahr bis in den Herbst ernten. Sie eignen sich hervorragend für Salate, Wildkräuterpesto, Suppen oder als Spinatersatz. Auch gekocht in Aufläufen oder als Füllung für Teigtaschen macht Giersch eine gute Figur. Sein Aroma erinnert an eine Mischung aus Petersilie und Karotte.
Giersch ist reich an gesunden Inhaltsstoffen:
Giersch bildet dichte, bodennahe Bestände und besitzt dreigeteilte, gesägte Blätter. Die weißen Blüten erscheinen ab Mai in typischen Doldenblütenständen. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist der kantige Stängel sowie der „drei drei drei“-Merkvers: dreikantiger Stängel, dreizählig gefiederte Blätter, dreiteilig zusammengesetzt.
In der Natur gibt es einige sehr giftige Doppelgänger – wie der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) oder die Hundspetersilie (Aethusa cynapium). Vor dem Sammeln sollte man sich daher gut über die Unterscheidungsmerkmale informieren.
Giersch wächst gerne an Waldrändern, in schattigen Gärten, unter Sträuchern und an Wegrändern. Er ist ein wichtiger Bestandteil der heimischen Flora und bietet Nektar für zahlreiche Insekten. Ganze 31 Wildbienenarten und 84 Schwebfliegenarten nutzen seine Blüten als Nahrungsquelle. Auch Käfer und Schmetterlinge profitieren von seinem dichten Blätterdach.
In Wien findet man Giersch häufig in naturbelassenen Parks, an Gebüschrändern und in schattigen Gartenbereichen. Er breitet sich bevorzugt über Rhizome aus und kann ganze Flächen besiedeln – was ihn in der Natur zu einem wertvollen Bodendecker macht.
Die beste Erntezeit ist im Frühling, wenn die jungen Blätter frisch austreiben. Sie sind dann besonders zart und aromatisch. Auch später im Jahr kann man nach neuen Austrieben suchen. Regelmäßiges Schneiden fördert frischen Wuchs.
Wildpflanzen enthalten kostbare Nährstoffe und bereichern die Biodiversität der Stadt Wien. DIE UMWELTBERATUNG stellt bei dem Themenschwerpunkt KOSTBARE Stadtnatur eine Vielzahl an Wildpflanzen und Wildkräutern vor. Achten Sie beim Pflücken von Wildpflanzen immer auf das richtige Sammeln, damit sich die Pflanzen schnell wieder regenerieren und weiterwachsen können.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
Magdalena Uedl-Kerschbaumer DIE UMWELTBERATUNG
Was manche Gärtner*innen ins Schwitzen bringt, lässt Ernährungsexpert*innen und Gourmets schwärmen. Wildkräuter wie Vogelmiere und Giersch sprießen jetzt an jeder Ecke. Die besten Unkrautbekämpfungsmittel sind Messer und Gabel!
m. uedl-kerschbaumer, DIE UMWELTBERATUNG
Wildkräuter hält man am besten mit dem Pürierstab in Schach. Als Suppe geben sie im Frühling besonders viel Energie, stärken die Leber und reinigen das Blut.