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DIE UMWELTBERATUNG
Der in Wien streng geschützte Flugkünstler gilt als der Sommerbote schlechthin. Gefährdet ist der beliebte Sommergast durch Gebäudesanierungen, die Nistplätze zerstören.
Ferdinand Schmeller, Stadt Wien - Umweltschutz
Der Mauersegler
Der Name Mauersegler (Apus apus) weist darauf hin, dass er gerne an den Hausmauern entlang fliegt. Im Flug gibt er eine Abfolge von hohen, schrillen „srieh, srieh“ Lauten ab. Seine Rufe sind im Sommer in Wien fast überall zu hören und als Teil der akustischen Kulisse nicht mehr wegzudenken.
Mauersegler brüten in kleinen Hohlräumen hoher Gebäude. Besonders gut geeignet sind hohe Altbauten und historische Bauwerke mit vielen Simsen und Ecken. Die Nester werden hier unter Dachziegeln, in Mauerspalten, in hohlen Zierkonsolen oder auf Dachsparren angelegt. Neubauten mit glatter Fassade sind hingegen eher ungeeignet.
Die Altbauten der Stadt Wien bieten den Tieren gute Voraussetzungen: Jährlich brüten hier circa 5.000 Mauerseglerpaare, mehr als 2000 Brutplätze wurden schon erfolgreich im Rahmen eines Citizen Science Projektes der Wiener Umweltschutzabteilung nachgewiesen. Die perfekten Flieger kehren jedes Jahr im Mai aus den Überwinterungsgebieten im Süden Afrikas zum Brüten nach Wien zurück. Mauerseglerpaare leben zumindest für eine Saison zusammen und ziehen dabei zwei bis drei Junge auf.
Werden die Nischen und Höhlen von Gebäuden im Zuge von Sanierungen verschlossen oder verputzt, verlieren die Tiere ihre Nistplätze. Selbst eine geringfügige Änderung an der Einflugöffnung des Brutplatzes kann dazu führen, dass Mauersegler Brutplätze nicht mehr annehmen.
Gefahr droht den Mauerseglern bei Gebäudesanierungen auch besonders durch Gerüste, die aufgestellt werden, um Häuserfronten zu sanieren. Diese versperren den Vögeln den Zugang zu ihren Nistplätzen. In der Brutzeit verhungern die Jungvögel dann in ihren Nestern, während die Eltern verzweifelt vor dem Gerüst auf und ab flattern.
In Wien ist der Mauersegler durch das Wiener Naturschutzgesetz beziehungsweise durch die Verordnung zum Naturschutzgesetz als streng geschützte Art ausgewiesen.
Mit folgenden Maßnahmen können Sie den Mauersegler fördern:
Um die Brutplätze der streng geschützten Tiere zu erhalten, müssen diese zuerst bekannt sein. Die Wiener Umweltschutzabteilung führt daher eine Erhebung der Brutplätze von Mauerseglern durch. Bürgerinnen und Bürger sowie Schulklassen werden gebeten, an der Erhebung teilzunehmen.
Melden auch Sie Brutplätze, die Ihnen bekannt sind! Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Website der Stadt Wien unter www.mauersegler.wien.at.
So erkennen Sie die Tiere: Mauersegler sehen Schwalben ähnlich, sind aber mit einer Flügelspannweite von 40 cm größer als diese. Im Unterschied zur Mehlschwalbe sind Mauersegler einheitlich braun –schwarz gefärbt, nur an der Kehle befindet sich ein weißer Fleck. Markant sind die langen, sichelförmigen Flügel, die ihn zum wahren Flugkünstler machen.
Mauersegler sind extrem gute Flieger, die abgesehen von der Brutzeit ihr ganzes Leben in der Luft verbringen. Im Flug fressen sie Insekten und Spinnen, sie schlafen aber auch im Flug oder sammeln ihr Nistmaterial. Während der Jungenaufzucht sind die Mauersegler täglich bis zu 800 Kilometer weit unterwegs. Sie schaffen Spitzenleistungen hinsichtlich der zurückgelegten Distanzen, aber auch bei den erreichten Fluggeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h.
In Schlechtwetterperioden haben Mauersegler mit Nahrungsmangel zu kämpfen, weil dann kaum Insekten zu finden sind. Die erwachsenen Tiere können in diesen Zeiten Hunderte Kilometer weit weg fliegen, um den Schlechtwetterzonen auszuweichen. Die Jungvögel können die Abwesenheit der Elterntiere bis zu 2 Wochen lang überdauern, indem sie in einen sogenannten Hungerschlaf fallen und ihre Körpertemperatur absenken, um Energie zu sparen.
Der Mauersegler zählt zu den besonders bedeutenden Arten im Rahmen von Netzwerk Natur, dem Arten- und Lebensraumschutzprogramm der Stadt Wien – Umweltschutz, das auch von DIE UMWELTBERATUNG unterstützt wird.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
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Vögel bevorzugen vielfältige, abwechslungsreiche Lebensräume, wo Nahrungsangebot, Nistgelegenheiten und Verstecke nah beieinander liegen.
Coverbild: © Brigitte Baldrian
Gartengestaltung, die Vögel Nahrung, Schutz und Unterkunft bietet
Coverbild: ©m.pendl
Anleitung für den Bau von Nistkästen
Julian Rad radwildlife.com
Einige Tiere sind aufgrund ihrer Lebensweise auf Brutplätze und Rückzugsräume an Gebäuden angewiesen. Bei Renovierungen und Sanierungen verschwinden diese Plätze häufig. Achten Sie auf geschützte Tierarten!
Wiener Umweltanwaltschaft
Vögel nehmen Glasscheiben häufig nicht wahr und prallen dagegen. Die Folgen sind meistens tödlich. Flächige Markierungen auf der Glasscheibe können Abhilfe schaffen.
C.Torsten Pröhl, www.fokusnatur.de
Fledermäuse sind faszinierende und nützliche Insektenjäger. Zahlreiche Arten sind in Wien heimisch. Durch den Verlust von Quartieren an Gebäuden sind sie bedroht und brauchen besonderen Schutz.