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Hotline-Team
DIE UMWELTBERATUNG
Die nützlichen Untermieter fressen große Mengen an Insekten. Leider gehen die Bestände der Mehlschwalben stark zurück.
Wolfgang Trimmel, https://www.edv-trimmel.at/fotodb/
Mehlschwalbe
Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) hat eine Körperlänge von etwa 13 cm und eine mehr als doppelt so lange Flügelspannweite. Ihre Kehle, Brust und Bauch sind komplett weiß – ganz im Gegensatz zur Rauchschwalbe und zum Mauersegler. Die Oberseite der Mehlschwalbe ist schwarz, nur der Bürzel (der Bereich zwischen dem Rücken und dem Schwanz) ist weiß gefärbt.
Von der Rauchschwalbe unterscheidet sie sich durch die fehlenden „Spieße“, die äußersten Schwanzfedern, die bei der Rauchschwalbe stark verlängert sind. Der Mauersegler ist wiederum weit größer und gleicht im Gegensatz zur Mehlschwalbe im Flug eher einer Sichel, die Mehlschwalbe eher einem stumpfen Pfeil.
Der ursprüngliche Lebensraum der Mehlschwalbe sind steile Felswände. Heute besiedelt sie als Kulturfolgerin fast ausschließlich Dörfer und Städte und baut ihre Nester an Gebäuden, meist unterhalb des Dachüberstandes oder an einem ähnlichen, wettergeschützten Platz.
Die Mehlschwalbe ernährt sich von Insekten und zieht deshalb über die Wintermonate in den Süden der Sahara. Im April kehrt der Zugvogel zu seinem letztjährigen Brutplatz zurück. In der Regel wird zur Brut sogar exakt dasselbe Nest genutzt und, falls notwendig, vorher noch repariert. Die Mehlschwalbe zieht pro Jahr 2 – 3 Bruten hoch, die Brutzeit dauert etwa von Ende April bis Mitte September.
Ihre Nistplätze finden Mehlschwalben in überdachten Bereichen von senkrechten, rauen Wänden, wie z. B. in Fensternischen, unter Balkonen oder Dachvorsprüngen. Die Nester bestehen aus lehmiger Erde und haben in etwa die Form einer Viertelkugel oder eines Napfes. Sie werden nur dann neu gebaut, wenn keine freien intakten Nester vorhanden sind.
Das Nest wird äußerst kunstvoll aus vielen kleinen Lehmkügelchen zusammengesetzt, die an Gewässern oder Pfützen gesammelt werden. Der Vogel muss jede Kugel einzeln formen und im Schnabel transportieren. Da ein Nest aus etwa 2500 – 3000 solcher Kügelchen besteht, ist, je nach Entfernung der nächsten geeigneten Quelle für das Baumaterial, mit dem Nestbau eine enorme Flugleistung und ein großer Energieaufwand verbunden.
Mehlschwalben sind nach dem Wiener Naturschutzgesetz streng geschützt. Ihre Nester dürfen nicht zerstört werden. Ihre Gefährdung hat verschiedene Ursachen wie die Zerstörung der Nester bei der Renovierung von Gebäuden und die Verwendung von Kunstharz-Verputz, der das Festkleben von Nistmaterial unmöglich macht. Auch der Mangel an offenen, nassen Bodenstellen, wo die Vögel lehmige Erde für den Nestbau entnehmen können, setzt den Mehlschwalben zu.
Besonders bei Sanierungsmaßnahmen sind Mehlschwalben auf Schutzmaßnahmen angewiesen.
Die Stadt Wien – Umweltschutz bietet viele Informationen zum Schutz von Mehlschwalben
sowie zum Arten- und Lebensraumschutz an Gebäuden in Wien.
Die Mehlschwalbe zählt zu den besonders bedeutenden Arten im Rahmen von, Netzwerk Natur, dem Arten- und Lebensraumschutzprogramm der Stadt Wien – Umweltschutz, das auch von DIE UMWELTBERATUNG unterstützt wird.
Wiener Umweltanwaltschaft WUA: Baumaßnahmen für Wildtiere
Die Stadt Wien – Umweltschutz zeichnet mit ihrer Plakette „Vogel- oder Fledermaus-freundliche Häuser“ aus. Das sind Gebäude, die Nistmöglichkeiten für Gebäudebrüter oder Lebensraum für Fledermäuse schaffen.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
manfredxy Fotolia.com
Vögel bevorzugen vielfältige, abwechslungsreiche Lebensräume, wo Nahrungsangebot, Nistgelegenheiten und Verstecke nah beieinander liegen.
Coverbild: © Brigitte Baldrian
Gartengestaltung, die Vögel Nahrung, Schutz und Unterkunft bietet
Julian Rad radwildlife.com
Einige Tiere sind aufgrund ihrer Lebensweise auf Brutplätze und Rückzugsräume an Gebäuden angewiesen. Bei Renovierungen und Sanierungen verschwinden diese Plätze häufig. Achten Sie auf geschützte Tierarten!
Gabriele Homolka DIE UMWELTBERATUNG
Zahlreiche Vögel wie Meisen, Kleiber oder Gartenrotschwanz nisten in der Natur in Baumhöhlen. Da es immer weniger alte Bäume mit natürlichen Nisthöhlen gibt, sind Nistkästen eine willkommene Alternative.
Wiener Umweltanwaltschaft
Vögel nehmen Glasscheiben häufig nicht wahr und prallen dagegen. Die Folgen sind meistens tödlich. Flächige Markierungen auf der Glasscheibe können Abhilfe schaffen.