Ansprechperson:
Hotline-Team
DIE UMWELTBERATUNG
Aus Klimaschutzgründen sollte es zwar nur selten am Speiseplan stehen, doch in Bioqualität schneidet Rindfleisch deutlich besser ab, als aus konventioneller Haltung.
Andrea Ficala, DIE UMWELTBeRATUNG
Hochlandrind
Das Lehr- und Forschungszentrum Raumberg-Gumpenstein hat eine wissenschaftliche Vorstudie zu Qualitätsunterschieden von im Lebensmittelhandel angebotenen biologischen und konventionellen Rindfleisch-Markenprogrammen erstellt.
Ein Vergleich zwischen biologischen und konventionellen Ochsen- und Kalbinnenfleisch (rund 45 Fleischproben) weist beispielsweise für konventionelles Rindfleisch signifikant höhere Saft- bzw. Fleischverluste beim Kochen und Grillen aus. So ist der Saftverlust bei einem Kochvorgang (Wasserbad 70° Celsius) bei konventionellem Rindfleisch in relativen Zahlen um 18% höher als bei der biologischen Vergleichsgruppe. Ebenso verliert konventionelles Rindfleisch um bis zu 16% mehr Saft (7 Tage abgehangenes Fleisch, grillen bei Kerntemperatur 60° Celsius, Warmwiegung) als vergleichbares biologisches Rindfleisch. Praxisbeobachtungen, die biologischem Rindfleisch geringere Saftverluste beim Kochen und Grillen attestieren, scheinen nun mit diesem Screening wissenschaftlich bewiesen.
Eine Gegenüberstellung der Vergleichsgruppen attestiert dem Bio-Rindfleisch bei der Bestimmung des Aschegehaltes – die Asche gilt als wissenschaftlicher Messwert für den Mineralstoffgehalt – einen höheren Anteil an wertvollen Mineralstoffen. Dies bestätigte auch eine zusätzliche Mineralstoff-Analyse an der Universität Graz: Hierbei enthielten die Bio-Rindfleisch-Proben mehr Kalium und Magnesium – konventionelles Rindfleisch wies bei keinem der untersuchten Mineralstoffe höhere Werte auf.
Besonders hoch fällt der Unterschied bei den Omega-3-Fettsäuren zugunsten von Bio aus: In relativen Zahlen beinhalten die Bio-Rindfleisch-Proben um 30% mehr Omega-3 als die konventionelle Vergleichsgruppe.
Es gibt offensichtlich einen kausalen Zusammenhang zwischen Tiergerechtheit und Lebensmittelqualität – was auch bei diesem wissenschaftlichen Screening ersichtlich ist. Biobauern sind fest davon überzeugt: Nur tiergerechte Haltungs- und Fütterungsformen führen zu höchst Lebensmittelqualität. Der Biolandbau gewährleistet den Tieren das ganze Jahr über Auslauf ins Freie und im Stall viel Platz mit eingestreuten Ruheflächen sowie ein helles gut durchlüftetes Stallklima. Bei der Fütterung werden die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse der Tiere konsequent mit artgerechtem Bio-Futter und einem absoluten Gentechnikverbot berücksichtigt. Zudem erfolgt im Biolandbau eine schonende Rindermast, bei der die Tiere langsamer heranwachsen und so eine hochwertige Fleischqualität entwickeln können.
Rezepte der Saison:
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG