Ansprechperson:
Markus Piringer
DIE UMWELTBERATUNG
Im städtischen Raum untersuchte das Projekt „Repair & Do-it-yourself Urbanism” Initiativen, die das Selbermachen und Reparieren ermöglichen. Aus einem Vergleich von Wiener Initiativen und europäischen Vorzeigeprojekten wurden Szenarien entwickelt, um das Selbermachen und Reparieren in Wien anzukurbeln.
Markus Piringer DIE UMWELTBERATUNG
Werkzeug an der Werkstattwand
Das Projekt „Repair&Do-it-yourself Urbanism“ unterstützte Alternativen zur Wegwerfgesellschaft. Es zeigte Wege auf, um Abfallmengen, Rohstoffverbrauch und Transportwege zu reduzieren — bei gleich bleibender Lebensqualität.
Tonnen von Elektrogeräten, Möbeln, Textilien und anderen Alltagsgegenständen werden weggeworfen, obwohl sie durch einfache Reparaturen, Wartungsarbeiten, Tauschen oder Teilen noch weiter genutzt werden könnten. In Wien und anderen europäischen Großstädten entwickeln sich aber neuartige Initiativen, die sich diesem Trend entgegensetzen: Repair-Cafés, Tauschläden, Materiallager und andere ReUse-Initiativen fördern die Verlängerung der Lebensdauer von Produkten und Materialien. Auch gewerbliche Unternehmen bieten Reparatur-Workshops oder Unterstützung in offenen Werkstätten an. Diese neuartigen Initiativen und Angebote sind noch nicht weit verbreitet, haben aber ein großes Entwicklungspotential.
Zentrales Ziel des Projektes „Repair & Do-it-yourself Urbanism“ (R&DIY-U) war es, Initiativen, Vereinen und Unternehmen dabei zu helfen, Reparatur- und Do-it-yourself Angebote erfolgreich umzusetzen und mehr Menschen zu erreichen. Darüber hinaus sollten Szenarien entwickelt werden, welche die Politik und die Verwaltung dabei unterstützen, das Potenzial von Reparatur und Do-it-yourself in Bezirken und Städten zu aktivieren und weiterzuentwickeln: zum Beispiel durch Veränderungen städtischer Infrastrukturen, durch die Unterstützung entsprechender Initiativen oder durch die Erweiterung des städtischen Dienstleistungsangebotes.
Das Institut für höhere Studien IHS erhob die Forschungslandschaft zum Thema Repair & Do-it-yourself Urbanism in Berlin und London. DIE UMWELTBERATUNG erforschte mit Unterstützung des IHS erfolgreiche Reparatur- und Do-it-yourself-Initiativen in diesen beiden Städten. Sie ging der Frage nach, welche Erfolgsrezepte diese Initiativen haben. Die Beschreibung der Erfolgsmodelle aus London und Berlin sowie die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen haben wir für Sie zusammengefasst: Repair & DIY in London und Berlin
In zwei Wiener Bezirken – nämlich dem 7. Bezirk (Neubau) und dem 16. Bezirk (Ottakring) – wurde der Entwicklungsstand in Bezug auf Reparatur- & Do-it-yourself-Praktiken untersucht und analysiert. Die Ergebnisse hat das IHS zu einem Bericht zusammengefasst. Download auf der Website des IHS: Repair und Do-it-yourself Urbanism in Wien aus Bezirksperspektive
In den Bezirken Neubau und Ottakring wurden neuartige Angebote im Bereich Reparatur und Do-it-yourself ausprobiert, z.B. Workshops auf Bezirksfesten oder mobile Repair-Cafés. Diese „Experimente“ führten die lokal agierenden, gemeinnützigen Initiativen Recycling-Kosmos und Wiener Hilfswerk sowie die Reparaturbetriebe HausGeräteProfi, Sit-In und LORENZI durch. Die Entwicklung und Durchführung der Experimente wurde von DIE UMWELTBERATUNG unterstützt und vom IHS begleitend sozialwissenschaftlich beforscht, um Erfolgsfaktoren und Empfehlungen abzuleiten.
DIE UMWELTBERATUNG erarbeitete auch einen Leitfaden zur Gründung von Repair & Do-it-yourself-Initiativen, um interessierte Personengruppen und Unternehmen in der Praxis beim Aufbau von Initiativen zum Reparieren und Selbermachen zu unterstützen.
Aus den internationalen Recherchen, den Bezirks-Analysen in Ottakring und Neubau und den durchgeführten Experimenten wurden unter Federführung des IHS Handlungsempfehlungen abgeleitet, um das Reparieren, Tauschen, Verleihen und Selbermachen zu fördern und damit eine resiliente Stadtentwicklung zu unterstützen. Die Handlungsempfehlungen können Sie auf der Website des IHS herunterladen: Handlungsempfehlungen für einen sozialökologischen Repair & Do-it-Yourself-Urbanismus
Diese Handlungsempfehlungen wurden mit Stakeholdern diskutiert und daraus wurden mögliche Szenarien für die Entwicklung eines nachhaltigen „Repair- & Do-it-yourself Urbanismus“ entworfen. Die Szenarien können Sie auf der Website des IHS herunterladen: Entwicklungsszenarien des R&DIY-Urbanismus in den Untersuchungsbezirken Neubau und Ottakring
Institut für höhere Studien IHS
DIE UMWELTBERATUNG
Recycling Kosmos
Wiener Hilfswerk – Nachbarschaftszentren
HausGeräteProfi
Sit-In e.U.
LORENZI
Förderhinweis: Das Projekt „Repair und Do-it-yourself Urbanism“ wurde im Rahmen von Stadt der Zukunft gefördert. Stadt der Zukunft ist ein Forschungs- und Technologieprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie. Es wird im Auftrag des BMVIT von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH und der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik ÖGUT abgewickelt. Der Eigenmittelanteil von DIE UMWELTBERATUNG wurde aus der Basisfinanzierung der Stadt Wien – Umweltschutz bereitgestellt.

DIE UMWELTBERATUNG