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Hotline-Team
DIE UMWELTBERATUNG
Mit Strom Wohnung oder Haus zu heizen, scheint oft einfach. Denn verglichen mit wassergeführten Heizsystemen hat eine elektrische Heizung geringe Anschaffungskosten. Installation und Montage sind meist simpel und kostengünstig. Die Betriebskosten sind aber meist hoch, da Strom der teuerste und hochwertigste Energieträger ist. Wann ist von Stromheizungen abzuraten und wann ist ihr Einsatz sinnvoll?
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Heizung aus der Steckdose
Radiatoren und Geräte mit Heizgebläse gehören zu den elektrischen Konvektoren. Diese Geräte können fix montiert, als Standgerät oder mobil mit Rollen ausgestattet sein. Sie können zwar schnell Wärme erzeugen, jedoch ist die Wärme genauso schnell wieder weg, sobald das Gerät ausgeschaltet wird. Sind Heizgeräte dieser Art viel im Betrieb, steigen die Stromkosten stark an und überraschen KundInnen oft mit hohen Nachzahlungen. Einsatzbereich: Der Einsatz elektrischer Konvektoren ist nur als Zusatzgerät für kurzzeitige Anwendungen in kleinen Räumen sinnvoll. Als Hauptheizung sind diese Geräte wegen des hohen Energieverbrauchs und der hohen Kosten ungeeignet. In Wien gibt es allerdings noch immer Wohnungen, die mit elektrischen Radiatoren/ Konvektoren ausgestattet sind.
Unser Tipp: Bei der Wohnungssuche auf das Heizsystem der angebotenen Wohnungen achten und keine Wohnung mit Elektroheizung auswählen!
Bei Speicherheizungen wird ein Wärmespeicher aufgeheizt, der die Wärme später wieder abgibt. Nachtspeicherheizungen heizen sich in der Nacht auf und geben die Wärme tagsüber ab. Sie wurden in den 1950er Jahren als Alternative zu Öl- und Kohleheizungen auf den Markt gebracht. Hauptargumente für ihren Einsatz waren weniger Staub- und Geruchsbelästigung am Einsatzort. Der Wärmespeicher der Heizung wurde mit Strom zum günstigeren Nachttarif aufgeheizt. Mit der Ölkrise in den 1970er Jahren stiegen auch die Stromkosten stark an. Die Nachtspeicherheizung verlor an Wirtschaftlichkeit. Außerdem wurde der Einsatz von Asbest in den Nachtspeicherheizungen als problematisch erkannt. Weil Asbest die Atemwege massiv schädigt, sind asbesthaltige Speicheröfen als Problemstoff zu entsorgen. Die Demontage ist teuer und aufwändig und sollte nur durch geschultes und befugtes Fachpersonal erfolgen. Dies rückte die Nachtspeicherheizung in ein negatives Licht. Moderne Speicherheizungen sind frei von Asbest und effizienter als die Geräte von früher. Die Verbesserungen wurden durch exaktere Steuerung des Speichervorgangs, bessere Dämmung und kleinere Abmessungen erzielt. Die Aufladung erfolgt über einen Außentemperaturfühler. Die Anschaffungskosten sind geringer als für ein leitungsgeführtes Heizsystem, auch der Wartungsaufwand ist gering. Einsatzbereich: Speicherheizungen sind zwar als Zentralheizung oder als Einzelgeräte verwendbar, sollten aber nicht als Hauptheizung eingesetzt werden, da Strom die teuerste Energie ist.
Unser Tipp:
Um die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten, sollte die Wohnung oder das Haus einen niedrigen Wärmeverbrauch aufweisen. Wärmegedämmte Gebäude mit dichten Fenstern und Wärmeschutzverglasung brauchen weniger Heizenergie. Der Energieausweis gibt Auskunft über den Heizwärmebedarf der Wohnung bzw. des Hauses.
Wird eine Fußbodenheizung installiert, müssen die Materialien des Fußbodenaufbaus eine gute Wärmedurchlässigkeit und Speicherfähigkeit haben, zum Beispiel Fliesen oder geklebtes Hartholzparkett. Um die laufenden Kosten so gering wie möglich zu halten, ist eine gute Regelung gefragt. Einsatzbereich: Als Hauptheizung ist der Einsatz einer Fußbodenheizung mit Strom nicht zu empfehlen. Der Stromverbrauch kann enorme Kosten verursachen. Der Einsatz ist nur sinnvoll, wenn die elektrische Fußbodenheizung nur gelegentlich betrieben wird oder nur Teilbereiche des Wohnraums beheizen soll. Das können kleine Räume wie Badezimmer, Küche oder Gänge sein, die nur manchmal genutzt werden. Auch wenn in kleinen Räumen kein Platz für Heizkörper an der Wand vorhanden ist, kann der Einsatz einer elektrischen Fußbodenheizung sinnvoll sein. Auch bei Passivhäusern ist ihr Einsatz sinnvoll, weil sehr wenig Heizenergie erforderlich ist.
Wärmepumpen nutzen gratis verfügbare Umweltwärme, die dem Grundwasser, dem Erdreich oder der Luft entnommen und dem Heizungs- oder Warmwassersystem zugeführt wird. Eine Wärmepumpe benötigt ebenfalls Strom, um das Heizsystem zu betreiben, sie ist jedoch die effizienteste Form der Stromheizung. Aus der Antriebsenergie wird das drei- bis vierfache an Wärmeenergie gewonnen. Die Anschaffung ist teurer, wenn Tiefenbohrungen notwendig sind. Erdkollektoren sind etwas günstiger. Wärmepumpen, die der Luft Wärme entziehen, haben die gerningsten Anschaffungskosten, haben aber bei kalten Außentemperaturen eine geringe JAZ (Jahresarbeitszahl). Luftwärmepumpen können einen hohen störenden Geräuschpegel aufweisen Die zulässigen Immissiongrenzwerte von 35 dB im Ruhegebiet bzw. 45 dB im stätdtischen Wohngebiet sind laut ÖNORM S 5021 einzuhalten. Bei einer guten Wärmepumpe ist nur etwa ¼ des Strombedarfs im Vergleich zu Stromdirektheizung erforderlich. Einsatzbereiche für Wärmepumpen sind Gebäude mit einem niedrigen Heizwärmebedarf und einer Wand- oder Fußbodenheizung mit niedriger Vorlauftemperatur.
Infrarotwellen (IR) sind Wärmewellen wie wir sie von der Sonnenstrahlung kennen. Die Wärme entsteht dort, wo diese Wellen auf einen festen Gegenstand auftreffen. Bei einer Infrarotheizung beträgt der Anteil dieser Strahlung mind. 50 %. Dieser Strahlungsfaktor ist dem Wirkungsgrad gleichzusetzen und beträgt bei guten IR-Geräten (auch Paneele genannt) zwischen 65 % und 77 %. Damit Infrarotstrahlung entsteht, muss die Temperatur der Heizpaneele 80 – 100° C betragen. Eine Schutzschicht verhindert, dass man sich bei kurzer Berührung verbrennt.Infrarotheizungen werden auf Grund der hohen Wärmestrahlungsanteile als angenehmer empfunden als die vorher erwähnten. Sie erwärmen auch die Oberflächen von Wänden und Möbeln. Sind die Oberflächen warm genug, geben diese die Wärme wieder an den Raum ab. Die Praxis zeigt, dass bei Wärmeabgabesystemen mit hohem Strahlungsanteil eine etwas geringere Raumtemperatur ausreicht, um sich behaglich zu fühlen, im Gegensatz zu Heizsystemen mit hohem Konvektionsanteil. Infrarotheizungen gibt es in unterschiedlicher Produktqualität. Derzeit liegen noch keine unabhängigen Vergleichsstudien von wissenschaftlichen Institutionen und auch keine Qualitätskriterien für IR-Paneele vor.
Einsatzbereich: Infrarot-Paneele können als Zusatzheizung z.B. bei einem Passivhaus verwendet werden. Gut einsetzbar sind sie auch, wenn der Wohnraum nur gelegentlich genutzt wird und kein anderes Heizsystem installiert werden kann, z. B. im Zweitwohnsitz oder dem Gartenhäuschen
Jede Heizung gibt Wärme in Form von Konvektionswäme und Strahlungswärme ab. Bei Konvektion wird die Raumluft erwärmt, wobei die Luft im Raum zirkuliert und die Wärme im Raum verteilt wird. Strahlungswärme erwärmt feste Körper, also Gegenstände und Menschen, vergleichbar mit den Sonnenstrahlen oder dem Kachelofen. Dies nennt man auch Absorption. Menschen fühlen sich bei Heizungen mit viel Strahlungswärme wohler. Das sind Heizungssysteme, bei denen der Strahlungsanteil höher als 50% ist. Fußbodenheizungen, Wand- und Deckenheizung oder Kachelöfen haben einen hohen Anteil an Strahlungwärme und sind daher behaglich.
Die österreichische Strombilanz verdeutlicht, dass unsere Kraftwerke aus Wasser, Wind- und Sonnenenergie den Strombedarf noch nicht decken. Vor allem im Winter kommen fossile Wärmekraftwerke verstärkt zum Einsatz. Im Winter wird aber auch verstärkt Strom importiert, der überwiegend mit Erdöl, Erdgas und Kohle erzeugt wird. Im Diagramm wird dieser Mehraufwand ersichtlich. Der rote (Importe) und orangene (Wärmekraftwerke) Bereich verdeutlicht, dass in den Wintermonaten der Anteil von klimaschädlichen CO2-Emissionen für die Stromproduktion höher ist. Um die Auswirkung auf das Klima messbar zu machen, müssen die Energieversorger die klimarelevanten Emissionen, die bei der Herstellung einer Kilowattstunde Strom entstehen, ausweisen (g/kWh).
Energieträger im Vergleich:
Aus der Tabelle ist ersichtlich, wieviel klimaschädliches CO2 bei der Erzeugung von einer kWh Heizenergie entsteht.
Stromdirektheizung 152
Wärmepumpe (JAZ 4) 38
Luftwärmepumpe (JAZ 3) 51
Gas 249
Öl 342
Fernwärme 166
Pellets 27
(Quelle Umweltbundesamt, 12/2025)
• Bevor ein Heizsystem geplant wird, versuchen Sie möglichst viele Maßnahmen zu setzen um den Heizwärmebedarf zu senken. z. B. Fenstertausch, Wärmedämmung.
• Holen Sie immer mehrere Vergleichsangebote verschiedener Heizungsanbieter mit den unterschiedlichen Energieträgern ein. Verlangen Sie eine Aufstellung der zu erwartenden Investitions-, Wartungs- und Betriebskosten. Dabei ist ein Einsatz der bestehenden Infrastruktur zu prüfen, wie z.B. Fernwärme.
• Erneuerbare Energieträger wie z. B. Pellets sind besonders klimafreundlich – in Ballungsgebieten ist die Feinstaubproblematik zu berücksichtigen. Wärmepumpen (z. B. Erdwärme) entnehmen die Wärme aus Luft, Boden oder Grundwasser und sind daher die effizienteste Form mit Strom zu heizen.
• Infrarot-Heizungen sind im Niedrigstenergie- u. Passivhaus, bei gelegentlicher oder punktueller Nutzung oder wenn keine Fernwärme- oder Beheizung mit erneuerbaren Energien möglich ist, eine sinnvolle Alternative.
• Wählen Sie einen Grünstromanbieter oder planenSie die Installation einer PV-Anlage besonders, wenn die Entscheidung für ein Stromheizungssystem getroffen wird.
Bedenken Sie bei der Entscheidung für ein Heizungs system mit, wie viele Emissionen durch den jeweiligen Energieträger entstehen. Bei elektrischen Heizsystemen können beträchtliche klimaschädliche CO2-Emissionen entstehen, da im Winter viel Kohle-Strom importiert wird, und mehr heimische Kraftwerke, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, in Betrieb sind. Wenn Strom für Heizzwecke eingesetzt wird, verwenden Sie Strom aus erneuerbaren Energien.
Zum Nachlesen:
Statistik Austria Strombilanz Österreich www.statistik.at
Umweltbundesamt Klimabericht www.umweltbundesamt.at
MA 20: Publikationen und Studien
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
DIE UMWELTBERATUNG
Der Energieausweis ist ein „Typenschein“ für ein Gebäude. Er gibt Auskunft über den Energieverbrauch eines Gebäudes.
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Tipps fürs Stromsparen in den eigenen vier Wänden. Bilder zeigen wie es ganz leicht geht.
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Energieverbrauch ist ein wichtiges Thema im Klimaschutz. Je weniger Energie wir verbrauchen, desto besser. Aber ein hoher Energieverbrauch ist auch mit hohen Kosten verbunden.
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DIE UMWELTBERATUNG hat schnell umsetzbare Tipps zusammengestellt, um Heizkosten, Strom und Energie für Warmwasser zu sparen.
Monika Kupka, DIE UMWELTBERATUNG
DIE UMWELTBERATUNG informiert Mieter*innen an der Hotline persönlich und individuell zu Fragen rund um das Thema Energiesparen. Was kostet Energie? Wo sind die großen Energiefresser und wie kann leicht gespart werden? Energieberater*innen klären auf, was Bewohner*innen selbst tun können und wann sie die Unterstützung der Gebäudebesitzer*innen brauchen.