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DIE UMWELTBERATUNG
Willkommen in der aufregenden Welt der Wohnungssuche! Neue Anfänge bringen oft Herausforderungen mit sich. Gerade wenn es um Energie geht, gibt es Begriffe und Zahlen, die wir nicht sofort verstehen. Doch keine Sorge!
Cornelia Seirer, DIE UMWELTBERATUNG
Wohnhaus in Wien
In diesem Artikel möchten wir Ihnen eine klare und einfach Orientierung bieten, damit Sie für sich die beste Entscheidung treffen können. Allen voran geht es um potenzielle Energiefallen und die versteckten Kosten, die sie mit sich bringen könnten.
Bei Inseraten wird meist nicht der gesamte Energieausweis für das Gebäude angeführt, sondern es werden nur vereinzelte Kennzahlen angegeben. Dies kann sehr unterschiedlich aussehen. Meistens werden der HWB (Heizwärmebedarf) und die fGEE-Zahl (Gesamtenergieeffizienz-Faktor) angegeben. Der Heizwärmebedarf (HWB) wird manchmal auch Energiekennzahl (EKZ) genannt. Beide Zahlen geben Auskunft darüber, wieviel Heizenergie zu erwarten ist, um eine Wohnung auf ungefähr 22 Grad zu heizen.* Wer sich das genauer anschauen möchte, findet hier eine detaillierte Anleitung, wie man einen Heizwärmebedarf errechnet.
Wichtig zu wissen bei diesen Kennzahl: Ein HWB unter 100 und ein fGEE kleiner als 1 sind zu empfehlen.
In Wien heizt fast die Hälfte der Haushalte direkt mit Gas. Circa die andere Hälfte ist an das Fernwärmenetz angeschlossen. Selten wird mit Strom, Öl, Kohle Holz oder Wärmepumpe geheizt. Das Warmwasser kann entweder auch mit Gas (Therme) erzeugt werden, mit Strom (Elektroboiler) oder kommt direkt von der Fernwärme.
Gas: Die meisten Wohnungen, die mit Gas heizen, haben eine Gastherme. Große Nachteile der Gastherme sind die Abhängigkeit vom Gaspreis und die negativen Folgen für die Umwelt.
In manchen Wohnungen werden Sie noch alte Gaskonvektoren finden. Diese sind meistens nur in einem Raum und heizen dadurch nur sehr punktuell. Zusätzlich verbrauchen sie viel Energie. Außerdem können Sie damit kein Warmwasser erzeugen – damit sind insgesamt sehr hohe Energiekosten zu erwarten.
Fernwärme: Hat das Haus einen Fernwärmeanschluss, dann können Sie nicht Anbieter wechseln. Wichtig ist: Fragen Sie nach wie die Fernwärme abgerechnet wird und durch wen. Ablesefirmen stellen oft komplizierte und intransparente Rechnungen. Manchmal wird auch nach m² und nicht nach Verbrauch abgerechnet. Es kann auch sein, dass die Hauseigentümer*in einen Vertrag mit der Fernwärme für das ganze Haus abgeschlossen hat – das bedeutet auch, dass Sie Energiekostenzuschüsse die pro Vertrag erteilt werden, nicht bekommen. Doch auch die Fernwärme kommt nicht komplett ohne Gas aus, darum gilt auch hier: Die beste Energie ist die, die nicht verbraucht wird.
Strom: Die Warmwasseraufbereitung mit Strom ist energieaufwendig. Ein Elektroboiler kann je nach Zustand sehr teuer werden. Achten Sie darauf, wie alt das Gerät ist und ob es gedämmt ist.
Der Energieausweis bietet den besten Anhaltspunkt um auf den thermischen Zustand des Hauses zu schließen. Liegt der HWB unter oder bei 100 kWh/m2 entspricht das Gebäude der Bauordnung vor 2008. Alle Gebäude mit EKZ über 100 kWh/m2a sind schlecht gedämmt und sind nicht mehr zeitgerecht. Auch der Baustandard 2008 ist längst überholt.
Es gibt noch zwei weitere Tricks, die helfen können eine Dämmung zu erkennen. Klopfen Sie gegen die Fassade: klingt es dumpf oder fühlt sich an wie auf Stein zu klopfen, ist nicht gedämmt. Klingt das Klopfen eher hohl, dann ist das Haus wahrscheinlich gedämmt. Das sagt aber nichts darüber aus wieviel das Haus gedämmt ist.
Manchmal können auch die Fenster Ausschluss geben: Liegt das Fenster besonders weit innen, dann wurde wahrscheinlich nachträglich eine Dämmung angebracht. Dies sieht man vor allem oft bei Häusern der Nachkriegszeit, die eine schlichte Fassade haben.
Optische Mängel:
Selbsttest:
Ob das Glas der Fenster ein Wärmeschutzfenster ist, kann ebenfalls anhand eines Feuerzeuges getestet werden. Spiegelt sich die Flamme mehr als 1x, ist das Fenster 2 bzw. 3-fach verglast, je nach Anzahl der Flammen. Ist eine leichte Verfärbung sichtbar, handelt es sich um Wärmschutzgläser.
Liegt die Wohnung sehr exponiert, z.B. direkt unter dem Dach, im Erdgeschoss oder an einer Ecke, die sehr windanfällig ist, kann der HWB deutlich höher sein, als für das gesamte Haus angegeben. Der HWB eines mehrgeschossigen Wohnbaus stellt einen durchschnittlichen Wert dar. Wohnungen in der Mitte können weniger Heizwärme benötigen, exponierte Wohnungen deutlich mehr. Gerade bei EG- oder DG-Wohnungen sollte nochmals speziell darauf geachtet werden, wie und ob Kellerdecke bzw. oberste Geschoßdecke gedämmt sind.
Eine gute Belüftung in Bad und Küche ist wichtig um der Schimmelbildung vorzubeugen.
Gibt es eine Waschküche oder einen Waschmaschinenanschluss in der Wohnung? Waschküchen können Mieter*innen oft teurer kommen.
*Die fGEE vergleicht das Gebäude mit einem Referenzobjekt, das die Mindestanforderungen der Bauordnung von 2007 genau erfüllt. Sie sagt aus, ob es sich beim vorliegenden Gebäude um ein energetisch besseres (fGEE < 1) oder energetisch schlechteres (fGEE > 1) Gebäude, im Vergleich zu diesem Referenzgebäude, handelt.
Der HWB wird in kWh/m2a (Kilowattstunde pro Quadratmeter und Jahr) angegeben. kWh ist die Einheit in welcher die Energie und somit der Strom- und Gasverbrauch gemessen, angegeben und abgerechnet wird. Diese kann von 10 bis 250 reichen. Ein durchschnittlicher Altbau in Wien befindet sich meistens zwischen 100 und 160.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
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