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DIE UMWELTBERATUNG
Einige Tiere sind aufgrund ihrer Lebensweise auf Brutplätze und Rückzugsräume an Gebäuden angewiesen. Bei Renovierungen und Sanierungen verschwinden diese Plätze häufig. Achten Sie auf geschützte Tierarten!
Julian Rad radwildlife.com
Turmfalke
Städte sind Lebensraum zahlreicher Vogel- und Fledermausarten, die ursprünglich Felslandschaft besiedelten. Viele dieser Arten kommen heute fast ausschließlich in Städten vor, wie beispielsweise der Mauersegler. Dementsprechend kommt dem Lebensraum Stadt eine besondere Bedeutung für den Schutz dieser Tiere zu.
Aufgrund ihrer Lebensweise sind diese Tierarten auf Brutplätze und Rückzugsräume an Gebäuden angewiesen und nutzen diese Jahr für Jahr erneut, zum Teil über mehrere Jahrzehnte.
Leider gehen die Bestände dieser Tierarten in den letzten Jahren zurück. Durch Bautätigkeiten wie Wärmedämmung und Dachausbauten verlieren sie ihre Nistplätze. Deshalb stehen in Wien Vögel und Fledermäuse, die an Gebäude gebunden sind, unter Naturschutz. Es ist verboten, die Brutplätze und Quartiere der Tiere zu zerstören oder zu beschädigen oder die Tiere in der Fortpflanzungszeit zu stören.
Im Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramm „Netzwerk Natur“ der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22 sind Ziele und Maßnahmen zum Schutz dieser Arten festgelegt. Stadttauben zählen hingegen nicht zu den geschützten Arten!
Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) zeichnet mit ihrer Plakette „Vogel- oder Fledermaus-freundliche Häuser“ aus. Das sind Gebäude, die Nistmöglichkeiten für Gebäudebrüter oder Lebensraum für Fledermäuse schaffen.
Folgende Expertinnen und Experten unterstützen Sie bei Artenschutzmaßnahmen im Zuge von Gebäudesanierungen:
coopNATURA, Büro für Ökologie und Naturschutz
Kontakt: office@coopnatura.at / 0699 10391190
www.coopnatura.at
Fachbereich: Ornithologie, Fledermauskunde
Dr. Maria Hoi-Leitner, Ornithologin
Kontakt: mariahoileitner@gmail.com / 0699 15 04 38 33
Fachbereich: Ornithologie (Dohle, Mauersegler, Mehlschwalbe…)
Ulrich Hüttmeir, BSc., Chiropterologe
Kontakt: ulrich@huettmeir.at/ 0676 75 30 645
Fachbereich: Fledermauskunde
Mag. Dr. Doris Lindbaum, Zoologin
Kontakt: doris.lindbaum@gmail.com
Fachbereich: Ornithologie, Fledermäuse, Heuschrecken
Karin Schlechta, BSc., Ornithologin
Kontakt: karinschlechta@gmx.at /0660 65 77 670
Fachbereich: Mauersegler, Ornithologie allgemein
Janette Siebert, MSc., Ornithologin
Kontakt: janette.siebert@yahoo.de / 0680 11 200 28
Fachbereich: Gebäudebrüter (Mauersegler, Schwalben, Turmfalken etc.), Ornithologie allgemein
Thomas Starkmann, BA, Ornithologe
Kontakt: thomas.starkmann@gmail.com / 0680 31 70 595
Fachbereich: Mauersegler, Ornithologie allgemein
Michael Stocker, Dipl. Zoologe, Landschaftsplaner
Kontakt: michael.stocker@chello.at / 0699 19 667 661
www.wanalabi.net
Fachbereich: Ornithologie (Mauersegler, Mehlschwalbe, Sperlinge etc.)
Mag. Stefan Wegleitner, Zoologe
Kontakt: office@t8b.at
Fachbereich: Fledermäuse, Feldhamster, Zauneidechse
Elisabeth Wiedenegger, MSc., Ornithologin
Kontakt: e.wiedenegger@sed.cc / 0699 12 119 070
Fachbereich: Gebäudebrüter (Mauersegler, Sperlinge, Dohlen, etc.), Ornithologie allgemein
Im Rahmen von Gebäudesanierungen kommt es oftmals auch zur Beeinträchtigung von Bäumen. Insbesondere ältere Bäume dienen häufig als Lebensraum für Vögel sowie Fledermäuse. Baumschnitte, -fällungen und Gebüschschnitte können geschützte Arten daher ebenso beeinträchtigen. Um Tiere und ihre Lebensräume zu schützen, sind Baumfällungen und Gebüschschnitte nur außerhalb der Vogelbrutzeit, also zwischen 1. Oktober und 28./29. Februar zulässig. Alle Laubbäume mit einem Stammumfang von ≥ 40 cm auf einer Höhe von 1 m bedürfen jederzeit zusätzlich einer Prüfung auf Fledermausquartiere. Es ist jedoch zu beachten, dass auch Bäume mit einem kleineren Stammumfang unter Umständen als Quartier für Fledermäuse dienen können, insbesondere wenn sie über geeignete Strukturen verfügen.
Stefan Knöpfer, Baumpfleger mit naturschutzfachlichem Schwerpunkt
Kontakt: stefan.knoepfer@ornithoclimbing.at/ 0650-8112802
www.ornithoclimbing.at
Fachbereich: Ornithologie, Fledermauskunde, Käfer
Dipl.-Ing. Klaus Platzer, Baumsachverständiger, FLL-zertifizierter Baumkontrolleur
Kontakt: office@nal.at/ 0699-17 55 17 33
www.nal.at
Fachbereich: zert. Sachkundiger Baum-Habitatstrukturen und Artenschutz
Nadja Santer, MSc., Biologin und Baumsachverständige
Kontakt: info@gruenfluegel.at
www.gruenfluegel.at
Fachbereich: Ornithologie, Fledermauskunde, Arboristik
Nistkästen und Fledermaus-Kästen sind keine natürlichen Brutplätze, sondern ersetzen diese lediglich. Sie können gekauft oder selbst hergestellt werden. Die im Handel erhältlichen Modelle aus Holzbeton sind auf die Erfordernisse der einzelnen Arten abgestimmt, aufgrund ihres Materials äußerst langlebig und werden meist über die Kastenrückseite verschraubt. Wichtig ist bei der Montage vor allem die Berücksichtigung der Lebensraumansprüche der einzelnen Arten und die Lage am Gebäude. Nur bei fachlich korrekter Umsetzung ist die Maßnahme auch wirkungsvoll und somit ein vollwertiger Ersatz. Es sollte den Tieren das geboten werden, was diese auch bei der Auswahl eines natürlichen Brutplatzes berücksichtigen: Schutz vor Raubtieren, Hitze, Kälte und Regen sowie eine geeignete An- und Abflugsituation.
Neben dem Einsatz von Nistkästen oder Ersatzquartieren kann oft auch durch einfache bauliche Maßnahmen Ersatz geschaffen werden. Hohlräume, die am Gebäude ohnehin vorhanden sind oder im Zuge von Sanierungsarbeiten entstehen, können für die jeweilige Tierart von außen zugänglich gemacht werden und somit die ursprünglichen Nistplätze oder Quartiere unauffällig ersetzen. Dabei empfiehlt es sich allerdings fachliche Unterstützung beizuziehen, um die jeweilige Maßnahme auch auf die Erfordernisse der einzelnen Arten abzustimmen.
Die Listen mit Expert*innen und Bezugsquellen für Nistkästen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Bitte melden Sie uns Änderungs- und Ergänzungswünsche!
Arten- und Lebensraumschutz an Gebäuden in Wien:
www.wien.gv.at/umweltschutz/raum/gebaeudebrueter.html
Artenschutz an Gebäuden in den Bundesländern: Wenden Sie sich an die Naturschutzbehörde Ihres Bundeslandes!
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
manfredxy Fotolia.com
Vögel bevorzugen vielfältige, abwechslungsreiche Lebensräume, wo Nahrungsangebot, Nistgelegenheiten und Verstecke nah beieinander liegen.
Coverbild: © Brigitte Baldrian
Gartengestaltung, die Vögel Nahrung, Schutz und Unterkunft bietet
Paul Maguire – stock.adobe.com
Standortgerechte, heimische Heckenpflanzen, ihre Blühzeiten und ihr Beitrag zur Biodiversität werden in diesem Poster vorgestellt.
Wiener Umweltanwaltschaft
Vögel nehmen Glasscheiben häufig nicht wahr und prallen dagegen. Die Folgen sind meistens tödlich. Flächige Markierungen auf der Glasscheibe können Abhilfe schaffen.
Ferdinand Schmeller, Stadt Wien – Umweltschutz
Der in Wien streng geschützte Flugkünstler gilt als der Sommerbote schlechthin. Gefährdet ist der beliebte Sommergast durch Gebäudesanierungen, die Nistplätze zerstören.
C.Torsten Pröhl, www.fokusnatur.de
Fledermäuse sind faszinierende und nützliche Insektenjäger. Zahlreiche Arten sind in Wien heimisch. Durch den Verlust von Quartieren an Gebäuden sind sie bedroht und brauchen besonderen Schutz.