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Hotline-Team
DIE UMWELTBERATUNG
Der geschickte Mäusefänger brütet an Gebäuden. Zu seinem Schutz ist es wichtig, Renovierungsarbeiten außerhalb der Brutzeit durchzuführen und bei Dachausbauten für Ersatzbrutplätze in der Nähe zu sorgen.
Ferdinand Schmeller, MA22
Turmfalke im Baum
Der Turmfalke bevorzugt hoch gelegene Brutplätze und ist der einzige Raubvogel in Wien, der regelmäßig an Gebäuden brütet. Turmfalken sind streng geschützt und gelten als ausgesprochen nützliche Tiere, weil sie sich hauptsächlich von kleinen Nagetieren wie Feldmäusen ernähren. Für die Jagd benötigen sie freie Flächen mit niedriger Vegetation.
Turmfalken sind brutplatztreu: Haben sie einmal an einem Ort gebrütet, nutzen sie diesen mehrere Jahre lang. Oft werden Dachbodenluken oder geschützte Nischen an Gebäuden als Brutplätze genutzt. Brutpaare halten meist Abstand zueinander – an einem Wohnhaus nisten daher selten mehrere Paare. Anfang bis Mitte März kehren die Tiere zu ihren Brutplätzen zurück, Ende März legen die Weibchen mehrere Eier, die 4-5 Wochen lang bebrütet werden. Die Jungvögel verbleiben dann noch mindestens 8 Wochen im Nest bzw. in Nestplatznähe. Gebäudesanierungen sollten daher nicht im Zeitraum März – Juli bzw. nur unter Rücksichtsnahme auf die brütenden Tiere erfolgen.
Beim Turmfalkenprojekt Wien der Universität Wien und des Naturhistorischen Museums werden die Lebensgewohnheiten dieser Art untersucht. Im Rahmen des Projekts sind interessierte Wiener*innen dazu aufgerufen, gesichtete Brutpaare zu melden:
per Mail an turmfalkeninfo@gmx.at oder telefonisch unter 0664 566 60 45
Die etwa taubengroßen Turmfalken (Falco tinnunculus) haben eine rotbraune Färbung an Körper- und Flügeloberseite. Ihre Körperunterseite ist cremefarben mit schwarzen Flecken. Männchen und Weibchen sind optisch leicht zu unterscheiden: Beim Männchen sind Kopf und Schwanz grau gefärbt, während Weibchen durchgängig braun sind. Auf den Schwanzfedern beider Geschlechter ist ein schwarzes Band sichtbar. Als besonders markant gilt beim Turmfalken der sogenannte „Rüttelflug“, bei dem er mit den Flügeln schlagend in der Luft stehen bleibt. Typisch sind auch die hellen „kikikiki“-Rufe, die Turmfalken im Flug ausstoßen.
Mit etwa 250-400 Brutpaaren gilt der Turmfalke als die häufigste Greifvogelart im Stadtgebiet Wiens, wobei die wichtigsten Brutplätze am Stadtrand oder bei größeren Grünflächen oder Parkanlagen liegen.
Die Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22 bietet viele Informationen zum Schutz von Turmfalken und anderen geschützten Tierarten an Gebäuden sowie zum Arten- und Lebensraumschutz an Gebäuden in Wien.
Der Turmfalke zählt zu den besonders bedeutenden Arten im Rahmen von Netzwerk Natur, dem Arten- und Lebensraumschutzprogramm der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22, das auch von DIE UMWELTBERATUNG unterstützt wird.
Wiener Umweltanwaltschaft WUA: Baumaßnahmen für Wildtiere
Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) zeichnet mit ihrer Plakette „Vogel- oder Fledermaus-freundliche Häuser“ aus. Das sind Gebäude, die Nistmöglichkeiten für Gebäudebrüter oder Lebensraum für Fledermäuse schaffen.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
manfredxy Fotolia.com
Vögel bevorzugen vielfältige, abwechslungsreiche Lebensräume, wo Nahrungsangebot, Nistgelegenheiten und Verstecke nah beieinander liegen.
Coverbild: © Brigitte Baldrian
Gartengestaltung, die Vögel Nahrung, Schutz und Unterkunft bietet
Coverbild: ©m.pendl
Anleitung für den Bau von Nistkästen
Julian Rad radwildlife.com
Einige Tiere sind aufgrund ihrer Lebensweise auf Brutplätze und Rückzugsräume an Gebäuden angewiesen. Bei Renovierungen und Sanierungen verschwinden diese Plätze häufig. Achten Sie auf geschützte Tierarten!
Wiener Umweltanwaltschaft
Vögel nehmen Glasscheiben häufig nicht wahr und prallen dagegen. Die Folgen sind meistens tödlich. Flächige Markierungen auf der Glasscheibe können Abhilfe schaffen.
Ferdinand Schmeller, Stadt Wien – Umweltschutz
Der in Wien streng geschützte Flugkünstler gilt als der Sommerbote schlechthin. Gefährdet ist der beliebte Sommergast durch Gebäudesanierungen, die Nistplätze zerstören.