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DIE UMWELTBERATUNG
KOSTbare Wildpflanzen in Wien: Die Große Brennnessel ist eine wahre Alleskönnerin: die jungen Blätter werden als Gemüse oder Tee verarbeitet, im Garten dient die Pflanze als natürlicher Dünger und auch über 50 Schmetterlingsarten ernähren sich im Raupenstadium von Brennnesselblättern.
Cornelia Seirer
Brennnessel
Die Große Brennnessel (Urtica dioica) ist eine alte Gemüse- und Heilpflanze. Besonders die jungen Triebspitzen und Blätter sind im Frühjahr reich an Vitaminen und Mineralstoffen und eignen sich ideal für die Küche: als Brennnessel-Spinat, im Pesto, in Suppen oder getrocknet als Tee. Auch die Samen sind essbar – sie können im Herbst geerntet, geröstet und als nussige Zugabe zu Müsli oder Salaten verwendet werden. Ganz fabelhaft macht sich die Brennnessel auch in klassischen indischen Spinat-Rezepten wie Palak Paneer.
Die Brennnessel enthält eine Vielzahl an gesunden Inhaltsstoffen:
Die Große Brennnessel kann bis zu 1,5 Meter hoch werden. Ihre dunkelgrünen, gezähnten Blätter sind länglich und sitzen gegenständig am Stängel. Die gesamte Pflanze ist mit feinen Brennhaaren bedeckt, die bei Berührung Hautreizungen auslösen können. Die kleinen grünlichen Blüten hängen in Rispen und sind eher unscheinbar.
Brennnesseln bevorzugen nährstoffreiche, stickstoffhaltige Böden – daher findet man sie häufig an Waldrändern, in Gärten, auf Brachflächen und entlang von Wegen. Sie gelten als sogenannte Zeigerpflanzen für gute Bodenqualität. Ökologisch sind sie besonders wertvoll: Mehr als 50 Schmetterlingsarten – darunter das Tagpfauenauge, der Admiral und der Kleine Fuchs – nutzen sie als Raupenfutterpflanze.
Die Große Brennnessel ist in ganz Wien verbreitet und kommt fast überall dort vor, wo der Boden nährstoffreich ist. Typische Standorte sind Weg- und Waldränder, Zäune, Schuttplätze, Gärten sowie Böschungen. Tipp: Wer Brennnessel im eigenen Garten hat und sie regelmäßig mäht, hat bis in den Sommer hinein junge frische Triebe zum Naschen und Verkochen zur Verfügung.
Die jungen Blätter der Brennnessel können ab März bis in den Herbst geerntet werden. Für die Küche eignen sich besonders die zarten Triebspitzen im Frühling. Die Samen werden ab Spätsommer bis in den Herbst gesammelt. Beim Ernten empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen oder die Pflanze von unten nach oben zu streifen, um Hautreizungen durch die Brennhaare zu vermeiden. Damit die Brennesseln bei der Verarbeitung nicht brennen, können die Blätter auch in ein Geschirrtuch gegeben werden, das dann wie ein nasses Handtuch ausgewrungen wird. Gut funktioniert auch ein Nudelholz, um die Brennhaare unschädlich zu machen.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
Cornelia Seirer
Brennnesselsamen sind Superfood direkt vom Acker. Sie enthalten wertvolle Fettsäuren, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe und ergänzen Müslis, Smoothies oder das Butterbrot.
wien.at
Unsere Expertin für Naturkosmetik, Sandra Papes, zeigt in diesem Video für inwien.at, wie leicht man eine Brennesseln-Haarspülung selbermachen kann. Diese Spülung bringt das Haar zum Glänzen, ist kinderleicht herzustellen und sofort anwendbar.