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DIE UMWELTBERATUNG
KOSTbare Wildpflanzen in Wien: Der Schlehdorn ist ein kräftiger Strauch aus der Familie der Rosengewächse. Er übersteht Frost gut, trägt im Spätherbst leuchtend dunkelblaue Früchte („Schlehen“) und gilt als heimisches Gehölz mit vielen Vorteilen. Er bietet Windschutz, ist ein wertvolles Vogelnährgehölz und seine Blätter dienen zahlreichen Falterarten als wichtige Nahrungsquelle für die Raupenentwicklung.
Björn Schoas DIE UMWELTBERATUNG
Schlehdorn
Schlehenfrüchte sind roh meist sehr sauer und hinterlassen ein zusammenziehendes Gefühl im Mund. Nach dem ersten Frost werden sie milder und aromatischer. Sie eignen sich für Liköre, Schlehenwein, Kompotte oder Marmelade. Auch Saft und Digestif werden traditionell aus Schlehen hergestellt.
Der Schlehdorn (Prunus spinosa) wächst als dichter, stark verzweigter Strauch mit bis zu 4‑6 m Höhe. Gelegentlich wächst der Schlehdorn auch als kleiner Baum. Seine Zweige tragen Dornen und die Blätter sind klein, in der Jugend auch oft leicht behaart, später glänzend grün. Die Blüten sind weiß und blühen im Frühling (März/April) vor dem Laubaustrieb. Nach dem Sommer reifen die steinfrüchtigen Schlehen gegen Herbst, oft nach dem ersten Frost.
Der Schlehdorn wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten wie Hecken, Böschungen und Waldrändern auf kalkhaltigen Böden. Seine dichten, dornenreichen Sträucher bieten Schutz und Nistplätze für Vögel – der Neuntöter nutzt sie sogar zum Aufspießen seiner Beute. Die frühen Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge. Auch der seltene Rosenkäfer profitiert vom Schlehdorn, dessen Früchte im Winter vielen Tieren Nahrung bieten.
In Wien und Umgebung ist der Schlehdorn relativ häufig. Er wächst in wilden Hecken, entlang von Straßenrändern, auf Brachflächen sowie am Rand von Feldern und Gärten.
Der beste Erntezeitpunkt ist im Spätherbst, idealerweise nach dem ersten Frost. Denn Frost mildert den Geschmack, reduziert die Gerbstoffe und macht die Früchte genießbarer. Zur Weiterverarbeitung können auch gefrorene Schlehen verwendet werden.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
Cornelia Seirer
Eine Hecke aus regionaltypischen Sträuchern ist ein Delikatessenladen für Wildtiere: Im Frühling decken die Blüten den Tisch, im Herbst füllen Haselnüsse und Hagebutten den Tieren den Bauch. Viele beerentragende Sträucher helfen Vögeln über den Winter.