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DIE UMWELTBERATUNG
Blumentöpfe, Rankhilfen, Blumenerde und vieles mehr – Plastik ist beim Gärtnern allgegenwärtig geworden. Vieles wird als Saisonware gekauft, ist nur kurz in Verwendung und landet danach rasch im Müll. Wir zeigen was man beim Kauf beachten muss, um das zu vermeiden.
Adobestock, Carla
Gärtnern ohne Plastik
Einmal Plastik, immer Plastik! Kunststoffe werden aus Erdöl hergestellt und sind nicht biologisch abbaubar. Verbleibt Plastik in der Natur, wird es dort nicht zersetzt und bleibt bestehen – Größere Plastikteile werden zu Gefahrenquellen für Tiere, Mikroplastik findet seinen Weg in die Stoffkreisläufe aller Ökosysteme, dort wird es noch mehr zerkleinert und so entsteht Nanoplastik welches sogar in die Zellen von Lebewesen eindringen kann.
Um das zu vermeiden, ist der Verzicht von erdölbasierten Kunststoffen die beste Maßnahme: Was nicht im Umlauf ist, kann keinen Schaden anrichten.
Auch wer sehr motiviert ist, ab jetzt plastikfrei zu gärtnern, sollte nach dem „Use what you have“-Prinzip alle Dinge, die man bereits besitzt, möglichst lange und schonend weiter zu verwenden. Am Nachhaltigsten ist es, Zubehör so lange wie möglich zu verwenden, richtig zu lagern, gut zu pflegen und immer wieder zu warten.
Um den Kauf neuer Produkte – wie etwa Dünge- & Pflanzenschutzmittel – allgemein zu reduzieren, kann vor allem auch eine gute Planung, die Pflanzung regionaltypischer und klimawandelresistenter Pflanzen am geeigneten Standort helfen. Auch das Bedenken von Mischkulturen und Fruchtfolgen und Maßnahmen wie richtiges Gießen oder Mulchen machen die Anschaffung vieler Artikel überflüssig.
Wenn Kunststoffe im gärtnerischen Bereich zum Einsatz kommen, sollen diese unbedingt PVC-frei sein. PVC – Polyvinylchlorid – und PC – Polycarbonat – sind giftig, sie enthalten leicht lösliche Weichmacher wie Phthalate, die zum Teil leber- und nierenschädigend sind und im Verdacht stehen, krebserregend zu wirken.
Oft scheinen Upcycling-Ideen eine sinnvolle Alternative zu handelsüblichen Produkten. Doch auch gerade im Gartenbereich ist hier Vorsicht geboten. Materialien, die beim Upcycling verwendet werden, sind nicht selten schädlich für Boden, Pflanzen, Tiere – unsere Umwelt. Zum Beispiel kann Bastel-Beton Kunststoffstückchen enthalten, oft besteht Holzleim aus Acrylat und Teebeutel sind eventuell mit Polyethylen verklebt.
Hier finden Sie einige DIY-Tutorials rund ums Gärtnern von DIE UMWELTBERATUNG: DIY-Anleitungen fürs Bio-Gärtnern
Beim Kauf neuer Dinge ist es ratsam und kann tatsächlich weitgehend auf Plastik verzichtet werden. Denn beim Gärtnern können eine Vielzahl natürlicher Materialien, wie beispielsweise Stein, Holz oder Jute eingesetzt werden. Es gibt Blumentöpfe aus Terrakotta oder kompostierbare Pflanzgefäße aus natürlichen Rohstoffen wie Hanffaser oder Sonnenblumenkernschalen.
Blumenerde kann man selbst mischen und jährlich wiederauffrischen. Es gibt Hersteller*innen, die organische Düngemittel plastikfrei im Handel anbieten. Auch Pflanzenschutzmittel können z.B. mit Knoblauch, Schachtelhalm, Brennnessel oder Rainfarn selbst hergestellt werden.
Im Verkauf werden Pflanzen meist in Plastiktöpfen angeboten. Bei manchen Marktständen bekommt man sie jedoch lose in Zeitungspapier gewickelt. Saatgut wird sowieso Großteils in Papiersäckchen verkauft, mittlerweile auch aus Recyclingpapier und Graspapier hergestellt. Auch Blumenzwiebeln und Knollen gibt es in Papier verpackt. Wurzelnackte Pflanzen, Gehölze, gibt es sogar gänzlich unverpackt zu kaufen. Auch über Onlineanzeigeportale lässt sich verpackungsfrei Saatgut und Pflanzen erwerben und mit anderen tauschen.
Bezugsquellen für Betriebe, die sich bemühen, Pflanzen plastikfrei zu vertreiben, finden sie hier: Bezugsquellen: Pflanzen & Saatgut plastikfrei
Weniger zu kaufen und Pflanzen selber zu ziehen ist die effektivsten Maßnahmen um Plastik zu vermeiden. Ableger und Stecklinge können auch mit anderen Gärtner*innen getauscht und untereinander verschenkt werden. Mit guter Gartenplanung lässt sich Plastik ebenfalls und bereits im Vorfeld gut vermeiden. Beispielsweise durch das Pflanzen von langlebigen, klimafitten und heimischen Stauden, sowie der Berücksichtigung, ob die Pflanzen tatsächlich dem Standort entsprechen. Wer selbstaussäende, heimische Wildlumen wie z.B. Kugelköpfiger Lauch, Kleine Traubenhyazinthe oder die Gemeine Akelei aussät, erfreut sich daran lange und kann auf den Kauf neuer Pflanzen in Plastiktöpfen verzichten.
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
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Tipps zur Vermeidung von Mikroplastik im Alltag
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Wer es liebt, Pflanzen selbst zu ziehen, kennt die Herausforderung: Welchen Anzuchttopf nehmen? DIE UMWELTBERATUNG stellt ein Varianten vor, die entweder möglichst plastikfrei oder zumindest möglichst langlebige Lösungen darstellen.
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Plastikabfälle sind eine Quelle für Mikroplastik. Besonders problematisch sind dabei Plastikabfälle im Biomüll. Auch beim „Garteln“ lässt sich Mikroplastik vermeiden.
Alexandra Syen
Der Blumentopf aus Plastik ist in gewisser Weise ein Verschleißprodukt. Denn spätestens wenn er kaputt wird, wird er zu Müll. Gute Erde hingegen kann aufgefrischt werden.
lia aramburu – adobestock
Dass wir durch Ernährung und über die unmittelbare Umgebung Mikroplastik aufnehmen, ist bereits mehrfach erwiesen.
warloka79 – adobestock
Plastik-Recycling hat noch viele Verbesserungspotenziale. Produkte und Verpackungen können durch Optimierungen im Design recyclingfähiger gemacht werden. Die getrennte Sammlung kann weiter optimiert und durch Einweg-Pfandsysteme ergänzt werden. Moderne Sortieranlagen können die Stoffqualität fürs Recycling erhöhen.
Gerda Hüfing
Unter Mischkultur versteht man den Anbau verschiedener Pflanzen nebeneinander im selben Beet. Die Anlage einer Mischkultur ist vorteilhaft, wenn die richtigen Partner zueinander gebracht werden.