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DIE UMWELTBERATUNG
Wer es liebt, Pflanzen selbst zu ziehen, kennt die Herausforderung: Welchen Anzuchttopf nehmen? DIE UMWELTBERATUNG stellt ein Varianten vor, die entweder möglichst plastikfrei oder zumindest möglichst langlebige Lösungen darstellen.
Cornelia Seirer, DIE UMWELTBERATUNG
Verschiedene Möglichkeiten zur plastikfreien Anzucht
Erdpresstöpfe sind Erdwürfel, in denen man Pflanzen direkt, problemlos und plastikfrei vorziehen kann. Sie sind eine gute Alternative zu Kokosquelltöpfe, deren Netze oft aus Kunststoff bestehen.
Um Erdpresstöpfe selbst herzustellen, bedarf es der einmaligen Investition einer Erdballenpresse aus Metall. Diese ist, wie die meisten Gartenwerkzeuge, wenn von hoher Qualität und bei guter Pflege, extrem langlebig. Mithilfe der Erdpresstopf-Presse lassen sich mit angefeuchteter Aussaaterde Anzuchttöpfchen in beliebiger Stückzahl herstellen, welche in viereckige Schalen gestellt werden. Die Schalen sollten aus stabilem Material sein wie Glas oder Holz sein und können direkt beschriftet werden. Auch Keramikprodukte (z.B. aus der Küche) eignen sich hierfür. Die Presse formt ein kleines Loch in der Mitte der Erdpresstöpfe vor, in welches die Pflanzensamen hineinkommen. Die Methode der Erdpresstöpfe eignet sich besonders für Kulturen, die nicht pikiert werden müssen, wie beispielsweise Karotten, Radieschen, Chili oder Salat.
Anzuchttöpfe aus Papier und Karton sind (bei Einhaltung einiger Kriterien) kompostierbar und können oftmals aus vorhandenen Haushaltsutensilien gefertigt werden. Am Nachhaltigsten sind hier Lösungen die gleichzeitig dem Upcycling-Prinzip folgen wie beispielsweise DIY-Anzuchttöpfe aus Klopapierrollen oder Eierkartons.
Mehrweg statt ein Einweg! Wenn Sie die Möglichkeit haben, beim Lebensmitteleinkauf Ihre Eierkartons wieder zu verwenden, dann ist dies natürlich die nachhaltigste Anwendung.
Auch die Variante, Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier zu rollen, ist eine sehr beliebte und schont Ressourcen. Eigens dafür im Handel erhältliche „Potmaker“ sind dafür nicht nötig. Alles, was man für die Herstellung braucht, befindet sich in den meisten Haushalten: Zeitungspapier und eine kleine zylindrische Form (z.B. eine kleine Gasflasche).
Weitere Lösungen für Anzuchttöpfe aus Papier, die im Handel fertig angeboten werden und die sich möglicherweise bereits in Ihrem Haushalt befinden, sind Papierjausensackerl, Muffin-Förmchen oder Kaffeefilter. Diese Produkte müssen zu hundert Prozent aus ungebleichtem, kompostierbaren FSC-Papier bestehen, eignen sich dann jedoch wunderbar für den gärtnerischen Zweck.
Tipp: Muffin Förmchen aus Papier müssen – ganz wie wenn sie mit Teig gefüllt sind – dadurch gestärkt werden, dass sie in Formen oder einem Muffin Blech gesetzt werden.
Kleine Blumentöpfe aus Terrakotta eigenen sich durchaus gut für die Anzucht von Jungpflanzen. Nachteile, wie Sprunggefahr durch Frost, bestehen aufgrund des Anzuchtzeitpunktes im Frühjahr, nicht. Allerdings nimmt das Material Feuchtigkeit auf und durch die poröse Struktur entweicht Wasser durch die Topfwände. Durch Verdunstung an der Außenwand entstehen weiße Kalkflecken, die den Jungpflanzen allerdings nicht schaden. Vielmehr ist es eine Herausforderung, dass die jungen Pflanzen nicht zu feucht gehalten werden und es ist darauf zu achten, dass das Substrat nicht von Schimmel befallen wird. Den großen Vorteil stellt bei Tontöpfen für die Anzucht natürlich die Wiederverwendbarkeit dar.
Der Handel bietet gut durchwurzelbare und biologisch abbaubare Anzuchttöpfe aus Pflanzenfasern – beispielsweise Kokosfaser – an. Die Anzucht in diesen Töpfen gelingt meist sehr gut. Beim Einkauf ist es allerdings wichtig, darauf zu achten, dass tatsächlich keine Kunststofffolien oder –gitter mit verarbeitet wurden und das Produkt als „100 % torffrei“ gekennzeichnet ist. Im besten Fall sind die Töpfe durch ein vertrauensvolles Gütesiegel wie z.B. den „Blauen Engel“ oder „biologisch gärtnern“ zertifiziert.
Neben den Klopapierrollen gibt es weitere, zum Teil durchaus charmante Möglichkeiten, sich bei der Aussaat dem Prinzip „Reduce Waste“ bzw. „Use what you have“ hinzugeben. So finden sich allerlei kreative Ideen im Internet Lebensmittelreste zu Anzuchttöpfen umzumodeln: In halbierte Eierschalen, aber auch in Obst- und Gemüseschalen wie beispielsweise Kürbisschalen oder Granatapfelschalen lassen sich Erde und Pflanzensamen füllen. Wichtig ist, dass die verwendeten Schalen gesäubert und eventuell auch gut durchgetrocknet sind.
Das Bepflanzen von den Schalen exotischer Früchte wie Avocado oder Kokosnuss ist natürlich deutlich weniger nachhaltig und DIE UMWELTBERATUNG empfiehlt einen sehr gemäßigten Genuss exotischer Früchte, aber bevor die Schalen im Müll landen, ist es einen Versuch wert.
Es ist darauf hinzuweisen, dass viele herstellende Firmen bereits Anzuchttöpfe aus Plastikalternativen anbieten: Es gibt unter anderem Ausführungen aus Hanf- oder Sonnenblumenkernen, Kokosfaser mit Baumwollhülle (!), Zellulose oder zertifiziertem Naturkautschuk. Die Argumente des hohen Gewichts oder der Frostempfindlichkeit, das oftmals bei größeren Pflanzgefäßen, die auch überwintert werden angewandt wird, gilt bei kleinen Topfgrößen für Jungpflanzen nicht, wodurch sich Terrakottatöpfchen für die Anzucht sich wunderbar eignen.
So genannte Anzuchtplatten können für die Anzucht von Pflanzen genutzt werden, auch hier gibt es plastikfreie Angebote z.B. aus Bambusschrot, Stahl oder zertifiziertem Naturkautschuk. Aus Resthölzern können auch selbst welche gefertigt werden. Wenn Sie sich für ein Qualitätsprodukt entscheiden, kann dieses viele Jahre hinweg genutzt werde.
Saatschalen gibt es im Handel aus Holz oder Bambus und können auch selbst gefertigt werde.
Pikierplatten werden oft aus Karton oder Kokosfasern angeboten.

Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
lia aramburu – adobestock
Dass wir durch Ernährung und über die unmittelbare Umgebung Mikroplastik aufnehmen, ist bereits mehrfach erwiesen.
Alexandra Syen
Der Blumentopf aus Plastik ist in gewisser Weise ein Verschleißprodukt. Denn spätestens wenn er kaputt wird, wird er zu Müll. Gute Erde hingegen kann aufgefrischt werden.
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Plastik ist praktisch, macht aber Probleme, wenn es in die Natur gelangt. Vor allem Mikroplastik sorgt für negative Schlagzeilen. Durch kleine Veränderungen im Alltag können Sie mit weniger Plastik auskommen.
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Cornelia Seirer, DIE UMWELTBERATUNG
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Das Wertvollste an der Pflanze landet oftmals im Mist! Dabei kann Saatgut ganz einfach selbst geerntet werden. Im nächsten Jahr säen wir stolz unser eigenes Saatgut und brauchen nichts zu kaufen! Außerdem haben wir auch etwas zum Tauschen und Herschenken.