Ansprechperson:
Hotline-Team
DIE UMWELTBERATUNG
Über 2.000 verschiedene Paprika- und Chilisorten sind derzeit für den Saatguthandel registriert. Im Supermarkt ist jedoch viel zu wenig von der Vielfalt zu sehen. Meist sind es Paprika tricolore, die mit Sortenvielfalt nix am Hut haben.
Michaela Knieli DIE UMWELTBERATUNG
Paprika
Neben den bekannten Paprikafarben grün, rot, gelb und orange sind auch die Farben weiß, violett, braun und schwarz möglich. Die Färbung zeigt den Reifegrad. Grüne Paprika sind unreif, sie schmecken eher herb. Die reifen gelben und roten Paprika schmecken deutlich süßer und aromatischer.
Paprika haben mehr als doppelt soviel Vitamin C wie Orangen und dreimal soviele Ballaststoffe. Capsaicin, welches Chilis die typische Schärfe gibt, wurde aus Paprika rausgezüchtet und ist darin nur in sehr geringen Mengen enthalten.
Die Sorten sind nicht nur verschieden gefärbt, sondern enthalten auch verschiedene Inhaltsstoffe. Die meisten sind reich an antioxidativ wirkenden Carotinoiden. Violette oder schwarze Sorten enthalten reichlich Anthocyane, diese befinden sich vor allem in der Schale. Die reifen bunten Paprika enthalten deutlich mehr Aroma und Vitamin C. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und binden freie Radikale, die im Verdacht stehen, die DNA zu schädigen und Krebs zu begünstigen.
Im Winter stammt der größte Teil der Paprika aus Spanien. Dort wird Gemüse unter extremen sozialen und ökologischen Bedingungen angebaut und 2.000 km per LKW zu uns transportiert. Und selbst österreichische Paprika verursachen in der kühlen Jahreszeit ein Klimaproblem, denn die Glashausheizung produziert 4 x mehr CO2 als der Transport aus dem Süden.
Gemüsepaprika ist ganzjährig erhältlich – der Großteil wird aus Spanien importiert. Rund 5 kg Paprika und Pfefferoni essen wir pro Jahr, aber nicht einmal jeder zweite stammt aus Österreich. Lange Zeit hat sich die Sortenvielfalt auf Paprika „Tricolore“ beschränkt – das ist die gängige Standardsorte unreif, mittelreif und reif geerntet, meist aus Spanien. Bei der Reife wird oft nachgeholfen, in den letzten Jahren wurden bei Proben immer wieder Rückstände von Ethephon nachgewiesen. Durch diesen Reifebeschleuniger ist insbesondere bei Kleinkindern mit hohem Paprikaverzehr eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht auszuschließen. Am besten genießen Sie heimische Bio-Paprika in der Saison und legen sie für den Winter ein.
In der Sortenvielfalt liegt auch der ökologische Wert, denn viele Sorten bedeuten viele verschiedene Eigenschaften und einen riesigen Genpool. Man kann je nach Standort verschiedene Pflanzen anbauen, die die robuster gegenüber Schädlingen und Krankheiten sind. Das bedeutet weniger Spritzmitteleinsatz und dass die Landwirte ihr Saatgut selbst produzieren können und unabhängig von Agrarkonzernen bleiben.
Rezepte der Saison:
Monika Kupka DIE UMWELTBERATUNG
Coverbild ulza – Adobe Stock
beohMarketing – stock.adobe.com
Michaela Knieli DIE UMWELTBERATUNG
Um den Speisen die richtige Würze zu geben, müssen nicht unbedingt exotische Gewürze aus fernen Ländern importiert werden.
Michaela Knieli DIE UMWELTBERATUNG
Vielfalt: Ochsenherz, Bloody Butcher, Black Cherry, Berner Rose, San Marzano oder Grünes Zebra… vor allem Raritätensorten feiern in den letzten Jahren wieder ihre Renaissance.
DIE UMWELTBERATUNG
Melanzani stammen ursprünglich aus Indien, die Pflanzen werden auch als Eierbäume bezeichnet. Mittlerweile werden sie sogar bei uns angebaut.